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Krefeld
Haftstrafen für Schläger am Alexanderplatz

Krefeld. Weil sie einen Mann in einer Wohnung festhielten und misshandelten, hat das Landgericht zwei Männer zu Freiheitsstrafen verurteilt. Der Hauptangeklagte muss für sechseinhalb Jahre ins Gefängnis. Gegen einen weiteren Täter wurden drei Jahre Haft verhängt. Der dritte Angeklagte wurde freigesprochen.

Eine Videoaufzeichnung mit Übergriffen auf das Opfer hatte zwei der Angeklagten, die sich zur Tatzeit mit mehreren Männern in einer Wohnung auf dem Alexanderplatz befanden, letztlich überführt. Das Filmmaterial hatte das Landgericht als Beweismaterial verwertet. So konnten nicht nur zahlreiche Schläge und Tritte, sondern auch Beleidigungen und das Durchsuchen der Kleidung des Opfers nachgewiesen werden. Das Opfer behauptete, grundlos misshandelt und ausgeraubt worden zu sein. Man habe ihn gequält, ausgeraubt und gezwungen, Geld abzuholen. Auf dem Weg zum Kreditinstitut konnte er fliehen. Der Haupttäter dagegen sprach nur von Schlägen mit der flachen Hand. Die habe er ausgeführt, weil das Opfer die Dienste bulgarischer Frauen in Anspruch nehme. Das gehöre sich nicht für einen Landsmann. Seine Erklärung ließ auch vermuten, dass möglicherweise Interessen verschiedener Zuhälter aufeinandertrafen. Der Geschädigte habe geprahlt, dass bald alle bulgarischen Prostituierten in Oppum für ihn arbeiten würden, sagte der 41-Jährige. Er habe außerdem gezielt bulgarischen Prostituierten angeboten, sie "zu beschützen" und gefragt, ob sie einen Zuhälter hätten. Der Angeklagte selber gab an, seine Lebensgefährtin arbeite auch als Prostituierte, aber nicht für ihn. Das Szenario schien darauf hinzudeuten, dass eine Bühne geschaffen wurde, um den Landsmann in seine Schranken zu weisen und andere möglicherweise abzuschrecken.

(BL)
 
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