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Lautes Knallen in Krefeld
Feuerwerk in Kempen sorgte für Rätsel an Halloween

Halloween in Krefeld: Rätsel um lautes Knallen gelöst
Ein Mann aus Kempen schenkte seiner Frau zum 50. Geburtstag ein großes Feuerwerk. Das laute Knallen am Halloweenabend war bis in den Krefelder Norden zu hören. FOTO: Dieter Staniek
Krefeld. Das Rätsel um ein lautes Knallen am Halloweenabend ist gelöst: Die Knallerei, die weithin in Krefeld – besonders im Norden – zu hören war, geht auf eine halbe Tonne Feuerwerkskörper zurück, die ihm Rahmen einer privaten Feier in Kempen gezündet worden waren. Von Jens Voss

Es sei ein "etwas größeres Feuerwerk" gewesen, erläuterte Sascha Krumbach, Geschäftsführer der Firma Pyroteam Düsseldorf, die das Spektakel ausgerichtet und in die Luft gejagt hat. In Krefeld hatte die Knallerei für einige Aufregung gesorgt: In kürzester Zeit meldeten sich in den sozialen Netzwerken Tausende mit Fragen und Sorgen, was hinter dem Lärm steckt. Die Krefelder Polizei rückte sogar aus, um die Ursache zu finden – vergeblich. Sie wusste schlicht nichts von der Böller-Party im Nachbarstädtchen.

Pyrodesigner Markus Zimmermann (links) und Sascha Krumbach, Geschäftsführer der Firma Pyroteam Düsseldorf. Sie richteten das große Feuerwerk aus. FOTO: Dieter Staniek

Nun steht fest: Die Ursache war harmlos. Ein Kempener habe damit den 50. Geburtstag seiner Ehefrau gefeiert, berichtet Sascha Krumbach. Das Feuerwerk war wohl relativ aufwendig. So sei es "musiksynchron" gewesen, so Krumbach: Heißt, dass Zündungen und Figuren der Feuerwerkskörper am Himmel auf Musik am Boden abgestimmt waren. In Firmen wie Pyroteam gibt es für die Gestaltung solcher Feuerwerke eigene "Pyro-Designer".

Für das Kempener Feuerwerk habe es natürlich auch eine Genehmigung gegeben, betont Krumbach – die Krefelder Polizei hatte zunächst verlauten lassen, es läge keine vor, weil sie die Quelle des Lärms nicht kannte. Hintergrund: Eine Fachfirma wie Pyroteam darf ein solches Feuerwerk ausrichten, muss es aber gegenüber den Behörden anzeigen – sind alle Sicherheitsbestimmungen eingehalten, darf die Genehmigung nicht verwehrt werden. Privatleute hingegen dürfen Feuerwerke übers Jahr nicht in eigener Regie zünden – der Verkauf von Böllern und Raketen ist lediglich vor Silvester vom 29. bis zum 31. Dezember erlaubt, das Zünden von Feuerwerkskörpern nur am 31. Dezember und am 1. Januar.

Am Samstagabend hatten viele Krefelder bei der Polizei angerufen und von Feuerwerksgeräuschen berichtet. Die Polizei hatte aber nichts davon gewusst. FOTO: Dieter Staniek

Die Sicherheitsbestimmungen sind immer strikt: Es gibt Sicherheitsabstände – bei einem kleineren Spektakel reichen 20 Meter; bei einem größeren wie dem in Kempen, bei dem zum Beispiel Feuerwerksbomben mit einer Steighöhe von 200 Meter gezündet wurden, sind es schon 185 Meter Abstand zwischen dem Feuerwerk und den Zuschauern, erläutert Krumbach.

Für ihn ist es Alltag, solche Ereignisse zu organisieren. "Wir machen an einem Tag am Wochenende bis zu acht Feuerwerke", berichtet er, die Kosten beginnen ihm zufolge bei 1000 Euro und gehen hinauf bis in fünfstellige Bereiche. In der Regel wird die Öffentlichkeit nicht informiert, um Menschenaufläufe zu vermeiden – schließlich handele es sich meist um private Feiern.

Wie die Polizei in Krefeld auf Anfrage erläuterte, informiert die Stadt im Normalfall die Polizei über ein Feuerwerk-Ereignis – das sei bestimmt auch in Kempen geschehen. Nur die Krefelder Kollegen wussten nichts.

Quelle: RP
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