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Krefeld
Handel fordert runden Tisch zur "Sicherheit in der Innenstadt"

Krefeld: Handel fordert runden Tisch zur "Sicherheit in der Innenstadt"
Polizisten mit Maschinenpistolen sicherten im vergangenen Jahr den Weihnachtsmarkt in Krefeld. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Christoph Borgmann, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, erwartet, dass Geschäftsleute, Polizei, Feuerwehr und Verwaltung ein übergreifendes Rahmenpaket für Veranstaltungen schnüren. Von Joachim Niessen

Die Einzelhändler schlagen Alarm: "Krefeld braucht ein umfassendes und dauerhaftes Sicherheitskonzept für die Innenstadt", fordert Christoph Borgmann, Vorsitzender der Werbegemeinschaft. Die Händler in der City sind verunsichert. Bei jedem größeren Event werden die Geschäfte derzeit zur Kasse gebeten. Rund 7000 Euro haben die Ladenbetreiber für das Sicherheitskonzept im Rahmen von "Krefeld pur"bezahlt.

Ein weiteres Problem: "Wir müssen für jede Außenveranstaltung der Polizei erneut ein eigenes Sicherheitskonzept vorlegen", so Borgmann. Darin soll nicht nur die Art der Absperrung an den Einfahrtstraßen, sondern jede Box und jeder zusätzliche Mülleimer aufgelistet sein. "Hier muss gemeinsam mit Stadt, Feuerwehr und Polizei an einem runden Tisch ein Rahmenpaket geschnürt werden, das übergreifend eine Gültigkeit hat. Über kleinere Details und Besonderheiten kann ja im Einzelfall zusätzlich verhandelt werden."

Derzeit sitzen Krefelds Händler über ihren Plänen für 2018. Zu rund einem halben Dutzend eigenen (Außen-)Veranstaltungen wollen die Geschäfte im kommenden Jahr einladen. Dazu kommt noch die Beteiligung an mehreren städtischen Veranstaltungen in der City.

Sieht Krefeld nicht in der Pflicht: Stadtdirektorin Beate Zielke FOTO: TL

Doch nicht nur die Innenstadt hat ein "Sicherheitsproblem". "Auch in den Stadtteilen herrscht eine ähnliche Situation", sagt Markus Ottersbach, Geschäftsführer des Handelsverbands. "Auch für Veranstaltungen in Hüls und Fischeln hat die Polizei entsprechende Sicherheitskonzepte gefordert." Ottersbach hält es für eine städtische Aufgabe, endlich ein Grundkonzept für die Sicherheit von Veranstaltungen zu erstellen. "Es geht ja nicht nur um Aktivitäten des Handels. Auch bei Schützen- oder Stadtteilfesten, Kirmessen, Karnevalsumzügen oder Kulturevents ist die Verwaltung in der Pflicht", ergänzt der Geschäftsführer, der sich ebenso wie Borgmann für den Einbau von versenkbaren Pollern an zentralen Stellen ausspricht. "Mit der Gefahr vor Terroranschlägen werden wir langfristig leben müssen. Daher wären solche Investitionen sinnvoll", ergänzt der Vorsitzende.

Das sieht seit Monaten auch die CDU so. Auch sie hat hierzu mehrfach Antworten von der Verwaltungsspitze um Oberbürgermeister Frank Meyer angemahnt. Vor rund einem dreiviertel Jahr - kurz nach dem mörderischen Terroranschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche - hat die Politik in Krefeld von der Stadtverwaltung ein "Konzept zur Verbesserung der Sicherheit in der Innenstadt" gefordert.

Anfang Februar 2017 wurde Oberbürgermeister Meyer im Ausschuss für Vergabe, Ordnung und Sicherheit noch einmal einstimmig beauftragt. Das Ergebnis acht Monate später in der jüngsten Sitzung des Sicherheitsausschusses: Die Verwaltung steht weiterhin mit komplett leeren Händen da. CDU-Ratsherr Walter Fasbender ist fassungslos: "Ich habe den Eindruck, dass die Verwaltung das Sicherheitskonzept für die Terrorabwehr einfach aussitzt. Der Bericht ist nie erstellt worden. Dabei geht es hier doch um die Sicherheit und das Leben der Menschen in Krefeld."

Bisher sieht sich die Verwaltung nicht in der Pflicht: "Hier muss sich der Bund seiner Verantwortung stellen. Wir können das nicht finanzieren. Das ist keine kommunale Aufgabe", so Stadtdirektorin Beate Zielke in der Ausschusssitzung. Die Krefelder Verwaltung müsse für den Ausbau der Sicherheit in der Innenstadt "mehrere Millionen Euro" in die Hand nehmen. Das sieht Markus Ottersbach, Geschäftsführer des Handelsverbands, anders: "Ich halte es für eine grundsätzliche Aufgabe der Verwaltung, in die Sicherheit der Stadt und der Bürger zu investieren."

Quelle: RP
 
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