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Krefeld
Handwerker sind optimistisch: Geschäfte laufen besser als erwartet

Krefeld. Das Konjunkturbarometer für den Wirtschafts-Sektor an Rhein, Ruhr und Wupper kletterte im Frühjahr dieses Jahres auf einen historischen Spitzenwert.

Dem Handwerk geht es gut wie nie. Das Konjunkturbarometer für den Wirtschafts-Sektor an Rhein, Ruhr und Wupper kletterte im Frühjahr dieses Jahres auf einen historischen Spitzenwert, der für alle vier Regionen des Kammerbezirks gelte: Westliches Ruhrgebiet, Bergisches Land, linker Niederrhein und der Großraum Düsseldorf. Der von der Handwerkskammer Düsseldorf per repräsentativer Umfrage zweimal jährlich ermittelte Geschäftsklimaindex beträgt aktuell 88 Prozent und liegt damit noch um einen Prozentpunkt über den Rekordwerten von Herbst und Frühjahr 2015.

Nie fiel in den letzten 25 Jahren eine Konjunkturerhebung besser aus. "Das Handwerk profitiert unverändert von einer starken Binnenkonjunktur, die durch steigende Löhne und niedrige Zinsen angeheizt wird, sowie von einer - für die Zulieferhandwerke - gut ausgelasteten Exportindustrie, ordnete der Präsident der Kammer, Andreas Ehlert, die Datenlage bei der Veröffentlichung des Konjunkturgutachtens gestern in der Landeshauptstadt ein.

Mehr als jedes dritte Unternehmen (36 Prozent) am linken Niederrhein (Krefeld, Mönchengladbach, Viersen) verzeichnete eine seit dem Herbst über den Erwartungen verlaufene Geschäftsentwicklung; weitere 52 Prozent meldeten einen gleich gut gebliebenen Geschäftsgang. Immerhin jedes fünfte Handwerksunternehmen (21 Prozent) konnte über den Winter seine Umsätze sogar steigern. Die Kammer geht für 2016 von einem Umsatzwachstum in Höhe von 1,5 Prozent aus. Erwartet wird allerdings nicht, dass die 58.500 Mitgliedsunternehmen in ihrem Bezirk (315.000 Beschäftigte) zusätzliche Kapazitäten aufbauen, und das, obwohl jedes siebte Unternehmen offene Stellen meldet. "Der Nachwuchs- und Fachkräftemangel ist inzwischen so groß, dass eine bedarfsgerechte Besetzung zur Ausnahme wird. Und ohne Chance auf benötigte Fachkräfte verzichten die Firmen auch darauf, Anlagen zu erweitern", beschrieb Ehlert das Dilemma. Immerhin: 62 Prozent der befragten Inhaber am linken Niederrhein hielten ihr bisheriges Investitionsniveau; 22 Prozent steckten weniger Kapital in die betriebliche Infrastruktur.

Das Konjunkturgutachten im Detail: Die sektorale Entwicklung verläuft weiterhin homogen: Sechs der sieben Branchengruppen vom Bauhaupt- und Ausbaugewerbe, über die Produzenten für den gewerblichen Bedarf, das Kfz-Gewerbe, die Lebensmittel- und die Gesundheitsberufe weichen vom Klima-Mittelwert 88 Prozent nur um ein bis vier Prozentpunkte ab.

Besondere Dynamik weist die Geschäftsentwicklung bei Augenoptikern, Hörgeräteakustikern, Orthopädie- und Zehntechnikern auf, die von der fortschreitenden Alterung der Gesellschaft profitieren. Das Branchenklima im Gesundheitshandwerk kletterte kontinuierlich.

(sti)
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