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Krefeld
Hans Wilbers ist Köeb uut Oeding

Krefeld: Hans Wilbers ist Köeb uut Oeding
Hans Wilbers mit seinen beiden Büchern "Et hät sech jett" und "Nix för onjood" in seiner kleinen Schreibwerkstat im Uerdinger Norden. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Heute erscheint in unserer Zeitung die 500. "Op Oedingsch"-Kolumne des 82-jährigen Uerdinger Mundartautors. Von Jochen Lenzen

Seit er im Alter von zehn Jahren aus seinem Geburstort Bockum nach Uerdingen gezogen ist, hat Hans Wilbers Oedingsch Platt gelernt. "Auf der Straße", sagt der heute 82-jährige, der mit der Mittleren Reife das Stadtparkgymnasium verließ, eine kaufmännische Lehre absolvierte und ab 1956 zunächst in der Personal- und dann in der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit bei Philips in Linn arbeitete. In seiner Freizeit schrieb und schreibt er Mundartgeschichten und ist seit 2003 als "Köeb uut Oeding" regelmäßig mit Mundartbeiträgen in der Rheinischen Post vertreten. Heute erscheint seine 500. Kolumne "Op Oedingsch", in der er beschreibt, was es in seinem Geburtsjahr 1933 alles noch nicht gab.

"Diese Beiträge basieren auf selbst Erlebtem, auf Erzählungen aus meinem Bekanntenkreis und aus dem Umsetzen lustiger Geschichten, wobei die Pointe immer im letzten Satz kommt", erläutert Wilbers, der auch zwei Bücher - "Nix för onjood" und "Et hät sech jett" - mit jeweils 100 lustigen und ernsten Geschichten in Uerdinger Mundart veröffentlicht hat.

Seit 1988 arbeitet der Mundartautor schon am Computer, hat im Laufe der Jahre gut 2000 Sprüche op Platt gesammelt und nach mehr als 100 verschiedenen Stichwörtern von A wie Alter bis Z wie Zufriedenheit sowie nach den Quellen - Titel und Namen der Autoren - geordnet. Darüber hinaus hat sich Wilbers ein persönliches Wörterbuch Oedingsch-Hochdeutsch angelegt, das auf bekannten Uerdinger Autoren wie Kickers, Fischer, von der Warth und Carus basiert. Wilbers' Bibliothek mit Krefelder und Uerdinger Mundartbüchern umfasst rund sechs Dutzend Exemplare aller einschlägiger Autoren. Das Älteste stammt von Raimund von Beckerath und Eugen Vogelsang und ist 1920 erschienen.

Viele Jahre lang hat Hans Wilbers als Solist Mundartlesungen im "Klöske" gehalten; heute tut er das noch auf Anfrage in Altenheimen, "weil da Leute leben, die das noch verstehen". Aber auch da werde es immer schwieriger, sagt Wilbers.

Nach dem Unterschied zwischen Krefelder und Uerdinger Platt gefragt, sagte er: "Krie-ewelsch ist breiter. Da sagt man ,Ech schmie-et dech ene Stie-en vör die Bie-en; dann jehste lu-epe'. Die Uerdinger sagen ,Ech schmiet dech ene Steen vör die Been; dann jehste loope'. Außerdem heißt es auf Krieewelsch ,Ech häb' und auf Oedingsch ,Ech han'."

Ach ja. Hans Wilbers' Kolumnen-Name Köeb stammt von seinem zweiten Vornamen Jakob. Und Köeb ist auch sein Rittername in der Gesellschaft Schlaraffia, die ihr Domizil im Uerdinger "Klöske" hat und der er seit sieben Jahren angehört.

Homepage: www.hanswilbers.de E-Mail: hanswilbers@web.de Telefon: 02151 471208

Quelle: RP
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