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Krefeld
"Hardenbergviertel" im Blick junger Leute

Krefeld. 18- bis 27-Jährige vom Jobcenter unterstützte junge Erwachsene zeigen ihre Sicht auf das Viertel mit Fotografien in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde an der Seidenstraße. Das Projekt soll ihnen helfen, letztlich einen Arbeitsplatz zu finden.

"Wir . . . sehen, was Du nicht siehst" - das sind individuelle Blicke durch die Kamera auf das "Hardenbergviertel". Die Aufnahmen der jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 27 Jahren zeigen schroffe Schönheit und moderne Eleganz. Erstmals stellen sie ihre Arbeiten in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Krefeld an der Seidenstraße aus. Bei den Beteiligten handelt es sich um junge Menschen, die Unterstützung vom Jobcenter für ihren Lebensunterhalt beziehen, erläutert Martina Bergmann vom Fachbereich Jugendhilfe und Beschäftigungsförderung. Das Medienprojekt "Hardenbergviertel im Blickwinkel" soll ihnen als Baustein eines größeren Konzepts helfen, letztlich eine Anstellung zu finden.

Das "Hardenbergviertel" ist kein Stadtteil. Vielmehr handelt es sich um einen Bereich in Cracau und Dießem, zwischen Grenz- und Philadelphiastraße, Oppumer und Uerdinger Straße. "Hardenbergviertel im Blickwinkel" zielt darauf ab, das Viertel als Sozialraum zu erkunden, es kennenzulernen und auch mit den Bewohnern in Kontakt zu kommen. "Das ist ein Stadtteilprojekt, das es so noch nicht gab", sagt Bergmann. "Wir haben uns immer im SpieDie getroffen und sind von dort losgezogen" , berichtet Teilnehmer Pascal Meßling. Auf ihren Touren von der Dießemer Straße beginnend mit der Dozentin Maria Thielager hätten sie sich auch stets über die Motive ausgetauscht, so der 19-Jährige.

In Farbe oder in Schwarz-Weiß hielten sie ihre Eindrücke fest. Die Teilnehmer spielen mit Perspektiven, wie am Übungsturm der Feuerwehr an der Ritterstraße, neben dem scheinbar ein Riese steht. Sie präsentieren unansehnliche Brachflächen, die in der Nähe von Wohnhäusern liegen. Und mit einer Panorama-Aufnahme den Hardenbergplatz, einer der wenige Plätze Krefeld, von dem sternförmig die Straßen abgehen. Dabei fällt immer wieder auf: In diesem Viertel wurde viel mit Backstein gebaut, beispielsweise die Alte Wache an der Florastraße und auch die neue Hauptfeuerwache.

Mit einer kleinen Theater-Performance eröffneten einige der Teilnehmer von "Hardenberg im Blickwinkel" die Ausstellung. Sie stellten dabei nicht nur ihr "Fotoareal" mit rund 7700 Einwohnern vor, sondern auch den Hintergrund der Aktion. Denn dabei handelt es sich um ein Teilprojekt einer Kooperation zwischen der Kommunalen Zentralstelle für Beschäftigungsförderung der Stadt Krefeld und dem Jobcenter. "Werde ich versagen? Werde ich immer zum Jobcenter laufen?" stellten sie sich laut und wiederholt bei der Theater-Performance ihre Fragen vor Angst und Versagen. Doch letztlich kommen sie zu der Erkenntnis, dass ihnen das Projekt Mut gemacht, ihnen neues Selbstbewusstsein verschafft hat und sie dort auch neue Freunde gefunden haben. "Wir sind die Zukunft", sagen sie alle zum Abschluss.

Das Projekt soll weitergeführt werden. Die entsprechenden Anträge sind bereits gestellt.

Wer sich die kleine Ausstellung ansehen möchte, kann per E-Mail martina.bergmann@krefeld.de Kontakt aufnehmen.

Quelle: RP
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