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Krefeld
"Haus Kagawa" zieht in die Kreuzkirche

Krefeld: "Haus Kagawa" zieht in die Kreuzkirche
Das Gebäude der 2008 entwidmete Kreuzkirche an der Thielenstraße in Oppum wird künftig als multifunktionales Gemeinde- und Jugendzentrum genutzt. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Die Kinder- und Familienhilfe Bruckhausen mietet das Haus des Oppumer Gemeinde- und Jugendzentrums an und lässt dort ein Wohnhaus für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge umbauen. Auch die benachbarte Kirche wird umgebaut. Von Bianca Treffer

Schon seit geraumer Zeit hat die evangelische Kirchengemeinde Oppum versucht, das Haus an der Thielenstraße 31, in dem sich das nach einem japanischen Befreiungstheologen benannte Gemeinde- und Jugendzentrum "Haus Kagawa" befindet, zu verkaufen. Jetzt hat sich eine ganz andere Lösung ergeben: Die dem evangelischen Gemeindeverbund angehörige Kinder- und Jugendhilfe Bruckhausen mietet das gesamte Haus zum 1. Juli an. Was die Kirchengemeinde seit Jahren als Gemeinde- und Jugendzentrum nutzt, wird zum Wohnhaus für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge umgebaut.

Unbekannt ist die Kinder- und Jugendhilfe in der Straße nicht. Vor drei Jahren mietete sie das Pfarrhaus an, wo die Familienhilfe der Einrichtung zu finden ist. Sieben Kinder im Alter zwischen sechs und 14 Jahren werden hier wochentags betreut. "Wir erfahren seitens der Nachbarschaft eine hohe Akzeptanz für unsere Arbeit. Das hat uns bewogen, jetzt auch das Haus Kagawa anzumieten", erklärt Einrichtungsleiter Karl Pickartz. Vor dem Hintergrund, dass in der Stadt Krefeld mittel- bis langfristig 170 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge betreut werden müssen, ist entsprechender Platz dringend erforderlich. Im April will die Kinder- und Familienhilfe die Nutzungsänderung für das Haus beantragen. Bis zum 1. September und für rund 100.000 Euro soll alles so umgebaut sein, dass aus den großen Räumen mehrere kleine Wohneinheiten entstehen. Zudem müssen die Nassbereiche erweitert werden. Die Umbauten betreffen vor allem das Erdgeschoss und die erste Etage. "Der Keller ist prima, er kann so nahezu übernommen werden", sagt Pickartz. Das heißt: Die Jugendarbeit im Haus Kagawa kann zunächst in gewohnter Art und Weise im Keller weiterlaufen. Die anderen Nutzungsgruppen des Hauses sollen ins Gemeindezentrum Auferstehungskirche ausweichen. "Wir haben einen Gemeindebus, der so eingesetzt werden kann, dass alle die Angebote weiter nutzen können", sagt Pfarrer Volker Hülsdonk.

Doch das alles stellt auch nur eine Übergangslösung dar. Das Haus Kagawa soll in der Kreuzkirche, die 2008 entwidmet wurde, eine neue Heimat finden. Vor anderthalb Jahren wurde sie an eine afrikanische Gemeinde vermietet. Die Kirche soll wieder für Gemeindezwecke genutzt werden. Dem Presbyterium, das bereits der Vermietung des Gemeindezentrums an die Kinder- und Jugendhilfe zugestimmt hat, sollen zeitnah die Kosten für die Neunutzung der Kirche vorgelegt werden. Danach wird endgültig abgestimmt. "Die Kirche soll zu einem multifunktionalen Gemeinde- und Jugendzentrum umgebaut werden", blickt Hülsdonk in die Zukunft. Geld für den Umbau ist durch Rücklagen sowie den Verkauf des Pfarrhauses im Oppumer Süden vorhanden. Hülsdonk hofft, dass die Kreuzkirche so schnell wie möglich umgebaut werden kann, damit im September vielleicht zwei neue Projekte an der Thielenstraße an den Start gehen können.

Quelle: RP
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