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Krefeld
Das Haus der Romantik

Haus Koekkoek in Kleve - Das Haus der Romantik
Zum Platz klassizistisch, zum Garten mit dunkelgrünen Läden wie ein Landhaus: Das Künstlerpalais des Landschaftsmalers Barend Cornelis Koekkoek zeigt die niederländische Romantik. FOTO: eve
Krefeld. Das Haus Koekkoek in Kleve steht etwas im Schatten des Museums Kurhaus, ist aber allemal einen Besuch wert. Es atmet die Zeit des Landschaftsmalers B. C. Koekkoek, der hier seine königlichen Kunden empfing und seine Bilder malte. Von Matthias Grass

Barend Cornelis Koekkoek war 30 Jahre alt, als er 1834 aus den Niederlanden auswanderte und sich mit seiner hübschen Frau Elise Thèrése, der Tochter seines Lehrmeisters Jean Augustin Dawaille, in Kleve niederließ. Koekkoek, damals schon ein berühmter Landschaftsmaler, hatte dort sein Arcadien gefunden: Die hügelige Landschaft, der Reichswald und die Weite der Rheinebene hatten es ihm angetan. Er holte die unberührte Natur in seine Gemälde, malte schroffe Felsen, mächtige Bäume und enorme Wolkenlandschaften als gewaltige Natur gegenüber dem kleinen Menschen.

Er schuf Gemälde, die von den Fürsten- und Königshäusern in ganz Europa gekauft wurden und ihn reich machten. So reich, dass er sich in Kleve eine prächtige klassizistische Villa bauen konnte: ein Künstlerpalast mit Atelierturm im hinter dem Haus angelegten Stadtpark. Mit großen Salons, in denen die Fürsten und Könige als Kunden empfangen werden konnten, und einem Sockelgeschoss für das Personal. Feines Intarsienparkett, Marmorböden und Kassettendecken, vergoldeter Stuck begrüßten beispielsweise den König von Holland in diesem Haus.

Heute steht das Haus allen offen - das Palais war eines der wenigen Häuser in Kleve, die von den verheerenden Angriffen auf die Stadt 1944 und 1945 verschont blieben. Und es ist eines der ganz wenigen Häuser in Europa, die noch den Hauch des Künstlers atmen, der in ihnen arbeitete und lebte und nach dessen Plänen das Haus geschaffen wurde.

Bilder Koekkoeks und seiner Schüler sind Teil der ständigen Sammlung, die in den Salons, die mit Biedermeier- und Empire-Möbeln eingerichtet sind, in die Zeit, als Koekkoek hier lebte, entführen. Aus den großen Rundbogenfenstern des Treppenhauses blickt man über den Koekkoek-Garten auf den Atelierturm, der noch privat genutzt ist. Bedeutende Leihgaben der Niederlande und Bilder aus dem Besitz der Stiftung B.C.-Koekkoek-Haus, die das Spezialmuseum für niederländische Romantik heute trägt, schmücken die Räume. Haus Koekkoek und die Kunst des 19. Jahrhunderts behaupten sich tapfer neben dem großen Museum Kurhaus Kleve, das in ähnlicher Architektur mitten im barocken Park der Stadt liegt, etwa einen knappen Kilometer vom Künstlerpalais entfernt. Flankiert werden die Bilder Koekkoeks von Wechselausstellungen.

Zurzeit zeigt Ursula Geisselbrecht-Capecki, die künstlerische Leiterin des Hauses, die wunderbaren Werke des Niederländers Cornelis Lieste, eines Zeitgenossen Koekkoeks. Lieste gilt als Maler des Lichts, der in seinen Werken alle Register romantischer Malerei zieht - vom weichen Gegenlicht bis hin zum Wanderer, der die Natur ebenso bewundert, wie er ihr ausgeliefert ist. Lieste hatte die Schweizer Alpen erwandert, war am Rigi bei Luzern gewesen. Zehn Jahre zuvor hatte ihn um 1840 eine Wanderung auch nach Kleve geführt, wo er die Silhouette der Stadt mit ihren Türmen in sein Skizzenbuch zeichnete. Ob er Koekkoek traf, ist nicht belegt. Die Bilder Liestes haben die Ehre, in den Salons des Hauses gezeigt zu werden.

Quelle: RP
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