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Krefeld
"Heimatbilder" für die Kunstmuseen

Krefeld: "Heimatbilder" für die Kunstmuseen
Annette Kelm hat sich mit der Sammlung der Kunstmuseen beschäftigt. Ergebnis ist ihre Fotoreihe "Home". Bei der Präsentation: (v.l.) Museumsdirektor Martin Hentschel, Kunststiftungspräsident Fritz Behrens und Dezernent Gregor Micus. FOTO: TL
Krefeld. Die Künstlerin Annette Kelm hat für Krefeld die dreiteilige Fotoreihe "Home Home Home" geschaffen. Von Christine van Delden

Krefeld hat ein Geschenk erhalten. Genaugenommen eigentlich sogar drei. Es handelt sich hierbei um die dreiteilige Fotoreihe "Home Home Home" von Annette Kelm.

Im Rahmen der großangelegten Initiative "25/25/25" brachte die Kunststiftung NRW aus Anlass ihres 25-jährigen Bestehens 25 internationale Künstler und Künstlerinnen mit 25 städtischen Museen des Landes zusammen, um die Öffentlichkeit neu für die kulturelle Bedeutung der Museen in Nordrhein-Westfalen zu sensibilisieren. Die dabei entstandenen Kunstwerke wurden den jeweiligen Museen geschenkt.

Von der Jury wurde die Künstlerin Annette Kelm für Krefeld ausgewählt. Nach Recherchen und Auseinandersetzung mit der Stadt Krefeld und der Sammlung der Krefelder Museen ist Kelms Fotoreihe "Home Home Home" entstanden. Mit der Übergabe der Arbeiten an die Kunstmuseen Krefeld wurde das Projekt der Kunststiftung NRW nach zweieinhalb Jahren abgeschlossen. Die Präsentation der drei Fotos fand jetzt in den Räumen von Haus Lange und im Beisein von Gregor Micus, dem Kulturdezernenten der Stadt Krefeld, Fritz Behrens, dem Präsidenten der Kunststiftung NRW, und Martin Hentschel, Direktor der Kunstmuseen Krefeld, statt. Die drei Fotos zeigen jeweils einen Bürostuhl, auf dem drei Vasen mit Bündeln trockener, gefärbter Zweige, sowie das Wort "Home" angeordnet sind. Der Bürostuhl steht vor einer Gitterwand, die einer Kachelwand ähnelt. Schon allein diese Zusammenstellung widersetzt sich der allgemeinen Lesart des Betrachters. Das erste Foto zeigt im Querformat (ca. 65 x 89 Zentimeter) das Arrangement in warmem Licht. Da das Projekt die künstlerische Beschäftigung mit einer Sammlung einschließt, bietet hier der Begriff "Home" die Assoziation mit dem Museum als "Heimstätte" der Bewahrung und Pflege von Kunstwerken an.

Die beiden anderen Fotos sind Hochformate (etwa 70 x 55 Zentimeter) und zeigen das gleiche Arrangement, nur sind die Beleuchtung und die Perspektive verändert: Sie werden dunkler, und das Motiv wird quasi herangezoomt. Martin Hentschel bietet hier die Lesart an, dass das Arrangement durch das schwindende Licht zunehmend bedrohlich wirke und damit in eine Sphäre des Unheimlichen gleite. Für ihn wird hier in dem Begriff "Home" die aktuelle Flüchtlingsproblematik sichtbar. Zugleich bescheinigt er den Arbeiten von Annette Kelm "eine Vielzahl an Deutungen und Interpretationsmöglichkeiten, die tief in unserem heutigen Zeitgeist wurzeln".

Sylvia Martin, stellvertretende Leiterin der Krefelder Kunstmuseen, freut sich über die Arbeiten von Annette Kelm: "Ich kannte ihre Arbeiten schon vorher und finde sie ganz großartig". Sie erklärt, dass die Fotografie in den Kunstmuseen Krefelds seit den 1980er Jahren eine große Tradition hat. Künstler wie Andreas Gursky, Thomas Ruff oder Thomas Struth bekamen hier die erste Möglichkeit, ihre Fotografien einem breiten Publikum zu zeigen. "Annette Kelm ist eine junge Foto-Künstlerin, die diese Tradition weiterführt", erklärte Martin.

Quelle: RP
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