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Krefeld
Heimatmuseum soll in diesem Jahr eröffnen

Krefeld: Heimatmuseum soll in diesem Jahr eröffnen
Dietmar Ortmanns (l.) und Elmar Jakubowski in der Küche im Obergeschoss. Dort ist jetzt die Konstruktion für den Trockenausbau mit Rigipsplatten installiert. Die Fliesen bleiben dran. FOTO: L. Strücken
Krefeld. Der Uerdinger Heimatbund möchte Ende des Jahres sein neues Domizil im "Bügeleisenhaus" beziehen. Daran soll auch der jetzt entdeckte Schaden an Abwasserrohren nichts ändern. Zurzeit sind Verputzer und Trockenbauer an der Arbeit. Von Jochen Lenzen

Bei der Sanierung eines Altbaus ist man vor unangenehmen Überraschungen niemals sicher. So ergeht es auch dem Uerdinger Heimatbund, der im November 2014 begonnen hat, die ehemalige Gaststätte "Bügeleisen" an der Straße Am Zollhof zu ihrem neuen Domizil mit Heimatmuseum herzurichten. "Als wir zuletzt im Keller die Hebeanlage für die Abwässer der Sanitäranlagen überprüften, mussten wir feststellen, dass die alten gusseisernen Rohre marode und verstopft waren, weil der letzte Pächter, die Radeberger-Gruppe, sie nicht gewartet hatte. So müssen wir jetzt oberhalb des Bodens neue Abflussrohre verlegen und die Toiletten umbauen, um das nötige Gefälle zu erreichen. Das verursacht zusätzliche Kosten, mit denen wir nicht gerechnet haben", erläutert Dietmar Ortmanns vom Vorstand des Heimatbunds.

Von diesem Umstand abgesehen, geht die Sanierung durch die weitgehend ehrenamtlich arbeitenden Handwerksbetriebe aber Schritt für Schritt voran: Das Gebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert, das fünf Jahre lang leergestanden hatte, ist nun vollständig entrümpelt, nachdem der bröckelige Putz abgeschlagen, die alten Versorgungsrohre, die maroden Elektro-Leitungen und die geplatzten Heizkörper herausgerissen und die teils schimmeligen Tapeten entfernt worden waren. Neu gesetzte Wände sorgen dafür, dass dem Brandschutz Rechnung getragen werden kann. Auch die Dachentwässerung wurde komplett erneuert.

Inzwischen sind die neuen Elektroleitungen und die Heizungsrohre verlegt. Zurzeit werden im Erdgeschoss die Wände verputzt. Das geschieht auf Empfehlung von Architekt Karl-Heinz Petermann, Leiter des Arbeitskreises Denkmalschutz im Heimatbund und erfahrener Denkmalsanierer, mit einem speziellen Kalkputz für Altbauten. "Zuerst werden die Wände dort verputzt, wo die neuen Heizkörper installiert werden. Wir wollen die Heizung nämlich möglichst schnell in Betrieb nehmen, damit wir den typischen, klammen Altbau-Geruch aus dem Haus kriegen", sagt Heimatbund-Vorsitzender Elmar Jakubowski, "Jetzt hoffen wir zuversichtlich, dass der Heizungskessel funktioniert."

Im Obergeschoss sind die neuen Heizkörper bereits installiert. In der ehemaligen Küche wurden der Speisenaufzug ausgebaut und der Durchbruch zum Erdgeschoss zugegossen. An den Wänden steht jetzt die Tragekonstruktion für den Trockenausbau durch Rigipsplatten. Ortmanns: "Die Fliesen dahinter lassen wir aus Kostengründen dran."

Eine steile, nur 40 Zentimeter breite Treppe führt ins Dachgeschoss, das nicht saniert, sondern "nur" renoviert wird, Wegen des engen Zugangs können dort nur kleinere Dinge gelagert werden.

Mit einem Blick in die Zukunft weisen Jakubowski und Ortmanns auf den hölzernen Windfang hinter der Eingangstür. Dort soll eine alte Bleiverglasung mit einer Ansicht von Uerdingen eingesetzt werden., die im Verlauf dieses Jahres ebenso restauriert wird wie eine denkmalgeschützte Tür mit Barock-Dekor. Der Heimatbund möchte das "Bügeleisen" nämlich zum Ende 2016 eröffnen. Dann wird sich im Erdgeschoss die Geschäftsstelle sowie die Archivsammlung und die wertvolle Herbertz-Bibliothek präsentieren. Das Heimat- und Industriemuseum wird seine Exponate im Obergeschoss zeigen. Damit wird unter anderem die Geschichte der chemischen Industrie von Weiler/ter Meer bis zum Chempark, die Geschichte des Eisenbahnbaus von der Waggonfabrik bis zu Siemens sowie die Historie vieler anderer Uerdinger Unternehmen dokumentiert.

"Wir erhalten hier für einen gut sechsstelligen Betrag nicht nur zur Freude der unmittelbaren Anlieger ein Denkmal, das zudem das Uerdinger Stadtbild in entscheidendem Maße mitprägt. Ohne den Heimatbund wäre das Haus nicht zu erhalten", sagt Jakubowski und wirbt um weitere Mitgliedschaften im Heimatbund und um Spenden.

Quelle: RP
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