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Krefeld
Helios bietet digitale Gesundheitsakte an

Krefeld. Patienten können ihre Daten in eine Cloud hochladen und ihre persönliche Akte verwalten. Von Anette Frieling

Befunde, Diagnosen und Arztbriefe immer in Reichweite - aber nicht in Papierform, sondern online abrufbar aus einer Daten-Cloud. In Kooperation mit der Plattform vitabook macht das Helios-Klinikum Krefeld seinen Patienten seit neuestem das Angebot einer digitalen Gesundheitsakte.

Vom Patienten selber verwaltet können auf einem persönlichen Online-Gesundheitskonto neben Informationen zum stationären Behandlungsaufenthalt bereits vorhandene Gesundheitsdokumente, Befunde aber auch Hinweise auf Allergien oder die Einnahme von Medikamenten eingetragen werden und je nach Wunsch und Bedarf weiterbehandelnden Ärzten, Apothekern oder Therapeuten zur Verfügung gestellt werden.

Neben dem Überblick über die eigene Krankheitsgeschichte soll das neue Medium für Sicherheit sorgen. "Die Dokumentation und schnelle Lesbarkeit der individuellen Krankheitsgeschichte ermöglicht es, allen Beteiligten den Behandlungsprozess optimal zu gestalten," sagt Kay Siercks, IT-Regionalleiter von Helios. Gerade bei Notfällen werde die Sicherheit der Patienten deutlich erhöht, da Betroffene in derartigen Situationen oft nur unzureichende mündliche Angaben machen könnten, Angehörige über Medikamenteneinnahmen nicht informiert seien oder der Mediziner auf "irgendein vorgefundenes Stück Papier" angewiesen sei.

Laut vitabook Gesellschafter Thomas Engels ist vitabook die erste Cloud, in der sich das "gesamte deutsche Gesundheitssystem in Form eines patientenzentrierten Gesundheitskontos" wiederfindet. Der Patient habe dadurch die Möglichkeit, sich sein eigenes, individuelles Netzwerk an "Behandlern" zu bilden und seine gesundheitlichen Belange von der Terminanfrage, über die Rezeptanfrage bis hin zur Medikamentenbestellung zeit- und ortsunabhängig online abzuwickeln. Einem Online-Bankkonto vergleichbar biete eine sogenannte "Gesundheits-IBAN" den sicheren Zugang zum Gesundheitskonto. Welche Informationen das Gesundheitskonto enthalte und wer sie einsehen darf, entscheide der Patient.

Sinn mache zum Beispiel die Zusammenstellung eines "Notfalldatensatzes", den man gegebenenfalls weltweit einsehen könne. IT-Fachmann Siercks betont, dass ihm bei der Einrichtung des neuen Angebotes das Thema Sicherheit für den Umgang mit den sensiblen Krankendaten besonders wichtig gewesen sei. "Die Übertragung der Dokumente aus dem Krankenhausinformationssystem in das Gesundheitskonto erfolgt nur nach Zustimmung des Patienten, die zu jedem stationären Aufenthalt über eine Datenschutzerklärung neu eingeholt wird". Eigentümer der digitalen Krankenakte sei zu jedem Zeitpunkt allein der Patient.

Für den Datentransfer zu vitabook nutze Helios eine gesicherte Verbindung. Das Unternehmen vitabook wiederum speichere die Daten in der Microsoft Cloud Deutschland, die von der Telekom bereitgestellt werde und laut Siercks als eine der innovativsten und sichersten der Welt gilt.

"Die Daten verlassen Deutschland nicht", versichert Siercks, der die Einrichtung der digitalen Gesundheitsakte als "die Krönung der Digitalisierungsprozesse" bezeichnet.

Quelle: RP
 
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