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Krefeld
Heute: Wunschkonzert mit den Niederrhein-Sinfonikern

Krefeld. Nahtlos knüpft das erste Sinfoniekonzert der neuen Spielzeit an die vergangene an. Aus vier Werken konnten alle Musikfreunde eines für das erste Sinfoniekonzert aussuchen. Die Beteiligung war groß, aber die Mehrheit für den Favoriten knapp. Gewählt wurde die zweite Sinfonie von Brahms. "Es gab", so GMD Mihkel Kütson, "keinen überragenden Sieger. Das führt uns zu dem Plan, auch die anderen Wünsche nach und nach abzuarbeiten". Von Gert Holtmeyer

Heute Abend ist aber erst mal Brahms dran. Dem ist seine zweite Sinfonie erheblich leichter aus der Feder geflossen als die erste. Die Anregungen erhielt er 1877 in der Sommerfrische am Wörthersee. Dort, schrieb Brahms an einen Freund, "fliegen die Melodien, dass man sich hüten muss, keine zu treten". Allerdings ist diese Sinfonie nicht leicht zu spielen. Die Stimmen sind technisch nicht einfach. Und man muss aufpassen, die Strukturen nicht verschwimmen zu lassen. "Kurze Motive", so Kütson, "müssen freigelegt und die Melodiebögen in Bratschen und Celli zum Singen gebracht werden."

Brahms' heitere D-Dur-Sinfonie wird das Konzert beenden. Am Anfang steht italienischer Barock. Francesco Geminiani war ein begnadeter Geiger. Aufgeführt werden zwei Concerti grossi, die Geminiani nach Triosonaten seines Lehrers Corelli verfasst hatte. Die Violinsoli spielen die Konzertmeister Chisato Yamamoto und Fabian Kircher. Zum Wettstreit mit Elina Vähälä, der Violinsolistin des Abends, wird es nicht kommen. Zuerst hat man es mit Kammermusik, danach mit einem Virtuosenkonzert zu tun.

Das wurde vom Amerikaner John Corigliano (geb. 1938) komponiert und basiert auf seiner Musik zum französischen Film "Die rote Violine" von 1997. Er erzählt von einer Violine, auf der ein Fluch liegt. Über Jahrhunderte sterben ihre Besitzer früh, bis ein Geigenbaumeister das Geheimnis des Fluchs entdeckt. Corigliano verbindet üppigen Wohlklang mit raffinierten Rhythmen, impressionistisch Zartes mit unkonventioneller Klangerzeugung. An virtuosen Herausforderungen wie Doppelgriff-Flageoletts besteht kein Mangel. Elina Vähälä dürfte damit keine Probleme haben. Die in den USA geborene und in Finnland aufgewachsene Geigerin gehört zu den Großen ihres Fachs und ist mit diesem Konzert mehrfach erfolgreich aufgetreten.

Konzerte heute und Freitag, 20 Uhr, Seidenweberhaus. Die Einführung beginnt jeweils um 19.15 Uhr.

Quelle: RP
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