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Krefeld
"Hieriswaslos" - schon seit zehn Jahren

Krefeld. Die inklusive Theatergruppe des Vereins Lebenshilfe wurde jetzt zu einem Festival in Landau eingeladen. Im Herbst beginnt zudem eine Kooperation mit dem Krefelder Stadttheater. Von Christina Schulte

Die Dinge des Lebens macht die Theatergruppe "Hieriswaslos" des Vereins Lebenshilfe Krefeld immer wieder zu ihrem Thema. In diesem Jahr steht das von den Darstellern selbst entwickelte Stück "L'amour und anderes Gedöns" auf dem Spielpan. "Wir haben unsere Gedanken zur Liebe in all ihren Facetten schon im Jahr 2013 auf die Bühne gebracht und arbeiten nun daran weiter - und zwar mit zwei großen Auftritten in diesem Jahr", sagt Gudrun Höddinghaus, die die Proben im Haus der Familie am Lutherplatz leitet.

Die inklusive Gruppe gehört nämlich zu den sechs Ensembles, die aus zwölf Bewerbern zu einem Festival im rheinland-pfälzischen Landau eingeladen wurden. Die Krefelder Theatergruppe ist besonders stolz darauf, dass sie die einzige aus einem anderen Bundesland ist. "Die Einladung beweist, wie weit wir uns in den zehn Jahren unseres Bestehens entwickelt haben", sagt Höddinghaus. Ganz wichtig ist ihr dabei der Teamgedanke: "Wir haben das gemeinschaftlich getan - ich spreche hier stellvertretend für alle."

"L'amour und anderes Gedöns" versammelt eine Vielzahl von Szenen, die sich mit den Facetten der Liebe beschäftigen. Auf einer Parkbank zum Beispiel trifft einer im Speed-Dating lauter Frauen, die ihn aber alle verschmähen. Zwei Mütter lieben ihre Babys und müssen feststellen, dass beide denselben Vater haben. Zwei Pärchen gehen ins Kino und ein Junge flirtet mit dem Mädchen des anderen. Jetzt darf man gespannt sein, was die inklusive Theatergruppe "Hieriswaslos" für neue Szenen dazu entwickelt.

Der Auftritt und das Treffen mit den fünf anderen inklusiven Gruppen ist nicht das einzige "Geburtstagsgeschenk" zum zehnjährigen Bestehen, das die Gruppe sich mit ihrem Konzept quasi selbst gemacht hat. Im Herbst schließt sich für "Hieriswaslos" eine Kooperation mit dem Krefelder Stadttheater an. Ab Oktober wird im Glasfoyer geprobt, im Dezember und Januar finden die Aufführungen statt (13. Dezember und 24. Januar 2016).

"Hieriswaslos" hatte ihren ersten Auftritt im September 2005 im Haus der Familie am Lutherplatz. Diese Familienbildungsstätte der evangelischen Kirche war der Kooperationspartner der ersten Stunde und stellte für den Kursus nicht nur den sonntäglichen Probenraum zur Verfügung, sondern es arbeitete auch immer eine Theaterpädagogin mit den Menschen mit geistiger Behinderung, die im Laufe der Woche ihren Jobs im Heilpädagogischen Zentrum (HPZ) nachgehen. Die Besetzung wechselte im Lauf der Jahre; die vergangen fünf Jahre hat Mariola Küsters die Gruppe gelenkt und geleitet. In dieser Zeit sind auch ehrenamtliche Darsteller hinzugekommen, die mit ihrer Musik, ihrer Technik und auch mit ihrem Spiel "Hieriswaslos" zu einer inklusiven Theatergruppe gemacht haben.

Das Haus der Familie hat einmal im Jahr das Clarenbachhaus zum Aufführungsort gemacht; Rahmen war jeweils der Tag der offnen Tür am letzten Sonntag vor dem Advent. In diesem Herbst wird man eine andere Lösung finden, denn das Clarenbachhaus soll bekanntlich abgerissen werden.

"Hieriswaslos" hat sich aber in den vergangenen Jahren auch weitere Spielorte erschlossen. In den Krefelder Hof luden sie zu einem Probenbesuch ein: Interessierte Besucher konnten dabei zuschauen, wie Szenen entwickelt werden. Im Südbahnhof an der Saumstraße bot auch das Werkhaus eine Zusammenarbeit an: Vor ausverkauftem Haus spielte "Hieriswaslos" mehrfach in den vergangenen Jahren. Der Wechsel der Spielstätten bedeutet für die Darsteller eine Herausforderung: Eine andere Bühne muss anders betreten und verlassen werden, das Gelernte an andere Bedingungen angepasst werden.

Folgende Darsteller machen mit: Vanessa Baaken, Harald Biederbick, Carina Blinten, Jeannette Blum, Susanne de Vaal, Lars Fehmer, Anja Meyer, Claudia Möller, Phillipp Rieger, Anja Schneid, Sebastian Späth, Nina Thiele, Franz Vogel, Markus Wiefels und Anja Wiegand. Technik Sebastian Späth; Maske Anja Schneid, Gudrun Höddinghaus; Musik Gerd Höddinghaus; Dramaturgie Mariola Küsters; Probenleitung Gudrun Höddinghaus.

Quelle: RP
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