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Krefeld
Hilfsmobil für Prostituierte startet

Krefeld: Hilfsmobil für Prostituierte startet
Die Vorstandsvorsitzende des Sozialdienstes katholischer Frauen Krefeld Ulla Dietz (l.) und die Geschäftsführerin Tanja Himer. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Beim Neujahrsempfang des Sozialdienstes katholischer Frauen kündigt die Vorsitzende Ulla Dietz eine Prostituiertenhilfe an. Von Henning Rasche

Vor zwei Jahren konnte das Projekt noch wegen des Nothaushaltes nicht starten. Doch im September hat die Stadt nun grünes Licht für die Prostituiertenhilfe gegeben. Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) hatte auf die Unterstützung für betroffene Frauen gedrängt. Auf dem gestrigen Neujahrsempfang verkündete die Vorstandsvorsitzende Ulla Dietz nun den Start eines Prostituiertenmobils. Seit dem 1. Januar wird eine Mitarbeiterin hierfür beschäftigt.

Prostituierte sollen sich in dem Mobil etwa die Hände waschen können oder in einem Gespräch mit der Mitarbeiterin Beratung erfahren. Das Mobil ist ein kleiner Wagen, der zu den einschlägigen Orten fahren soll. Die Verträge mit der Stadt seien geschlossen; Details über Einsatzorte und Wirkung will der SkF im Februar erläutern.

Vor etlichen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern betonte Dietz, dass das starke und ausgedehnte Engagement für Flüchtlinge andere Aufgaben und Probleme nicht verdrängen dürfe. Bei einem Rückblick auf das vergangene Jahr lobte sie den Ausbau des betreuten Wohnens für Frauen "Mika", die Trennungs- und Scheidungsberatung, das Geschäft "Sieben Sachen" oder die Betreuung des offenen Ganztages an sieben Krefelder Schulen.

Bei den aktuell 3200 Flüchtlingen in der Stadt sei auch der SkF gefordert, sagte Dietz. Die Hilfe für minderjährige Flüchtlinge wird durch eine neue gemeinnützige Gesellschaft mit dem Kolpinghaus auf mehr Schultern verteilt. Im Haus "Refugium" des SkF leben derzeit zwischen neun und elf jugendliche Flüchtlinge. Dort ist inzwischen eine Fahrradwerkstatt eingerichtet, es fehlen aber noch Fahrräder.

Auch zu den Vorkommnissen in der Silvesternacht in Köln äußerte sich Ulla Dietz: "Die Würde der Frau wurde dort mit Füßen getreten." Diese unvorstellbaren Gewalttaten hätten Wunden hinterlassen. "Die Täter haben ihr Gastrecht verwirkt", sagte sie. Der SkF als Frauenverband müsse sich hinter die Frauen stellen.

Parallel zum Neujahrsempfang eröffnete Dietz in der SkF-Geschäftsstelle an der Blumenstraße eine Bilderausstellung. Den einen Teil steuerten Grundschüler der Edtih-Stein-Schule bei, die der SkF im offenen Ganztag betreut. Die Bilder stellen Sprichwörter dar. So hat der neunjährige Phil etwa eine Weltkugel gemalt, auf der eine Krone steht. Auf dieser Krone hängen Ein- und Zwei-Euro-Münzen. "Geld regiert die Welt", heißt es. Die anderen Bilder steuerte die Künstlerin Anne Kurth bei, die sich Kinderspielen gewidmet hat. Ihre Bilder können käuflich erworben werden. Die Ausstellung läuft ein halbes Jahr.

Quelle: RP
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