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Krefeld
Hirn-Doping: Jeder 10. hat Erfahrung

Krefeld. Holger Heynckes und Dr. Helmut Eich stellten gestern die neue DAK-Studie vor.

Der Krankenstand in Krefeld ist nach einer Studie der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) nur geringfügig höher als im Bund und im Land Nordrhein-Westfalen. Statistisch betrachtet sind vier von 100 Beschäftigten dauerhaft krank. Im Bund sind es 3,9 und im Land 3,8 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Die DAK hat in der Stadt Krefeld rund 20 000 Versicherte. "Etwa jeder Zehnte ist bei uns krankenversichert", sagte Holger Heynckes, Chef der DAK-Gesundheit, gestern im Institut für Gesundheitsförderung am Dießemer Bruch.

Die häufigste Ursache der Erkrankung sind psychische Probleme (21,4 Prozent) und Probleme mit dem Muskel-Skelett-System wie Rückenbeschwerden (20,6 Prozent. "Beides bedingt und befördert sich in einer Wechselbeziehung", erklärte Dr. Helmut Eich, Chefarzt der Suchtklinik im Alexianer-Krankenhaus. Dauerschmerzen etwa würden rasch zum psychischen Problem. Auf jeden Versicherten entfallen im Mittel 3,10 Fehltage wegen psychischer Erkrankung, 2,99 wegen Beschwerden im Muskelapparat.

Um der psychischen Belastungen Herr zu werden und Erkrankungen scheinbar vorzubeugen, greifen immer mehr Menschen zum so genannten Hirn-Doping: Verschreibungspflichtige Medikamente werden missbräuchlich eingesetzt, um die Leistungsfähigkeit zu steigern oder um Stimmungen aufzuhellen. "Vor allem Jugendliche bringen sich morgens mit der Einnahme von Amphetaminen in Schwung und fördern abends mit dem Konsum von Cannabis die Entspannung", berichtete Eich.

Laut DAK-Studie hat jeder Zehnte Erfahrungen mit Hirn-Doping gemacht. 60,6 Prozent nahmen die Medikamente zur Beseitigung von Angst und Nervosität, 34 Prozent gegen Depressionen. Nur wenige müssen sich die Pillen illegal beschaffen. Meistens verschreibt sie der Hausarzt: 85 Prozent.

(sti)
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