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Krefeld
FDP: Krefeld soll Studentenstadt werden

Krefeld. Martin Thoma und Alexander Schmitz wollen mit Hilfe des Stadtmarketings und des Stadtumbaubüros rund 6000 Studierende der Hochschule für die Seidenstadt als Wohnort begeistern und die Hauseigentümer unterstützen. Von Norbert Stirken

Das Potenzial der Stadt Krefeld als Wohnort für Studenten heben, wollen zwei junge Liberale mit Unterstützung der FDP-Ratsfraktion. Alexander Schmitz (27) und Martin Thoma (29) wollen die Innenstadt durch ein studentisches Wohnraumkonzept beleben. Leerstände in der City - 1000 bis 1500 Wohnungen - auf der einen und rund 6000 Studierenden an der Hochschule Niederrhein auf der anderen Seite müssten zusammengeführt werden. Für dieses Ziel solle die Stadtverwaltung ein Konzept erstellen. Der Antrag steht morgen in der Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung und Stadtsanierung auf der Tagesordnung.

Die Hochschule Niederrhein sei von der Zahl ihrer Studierenden die viertgrößte in Deutschland, betonte Schmitz. Das Gros der jungen Männer und Frauen lebe aber nicht in Krefeld, sondern pendele täglich bis zu ein, zwei Stunden für eine Fahrt. "Sie kommen sogar aus dem Großraum Aachen, aber auch aus Köln, Düsseldorf und vom Niederrhein", berichtete Schmitz. Dass daran niemand ein Interesse haben könne, liege auf der Hand.

Thoma und Schmitz regen deshalb an, dass Hauseigentümer und Studierende voneinander erfahren müssten. Darin sehen die Freien Demokraten eine Aufgaben des Stadtmarketings. Was die Herrichtung und Sanierung des Leerstandes anbetreffe, sei sowohl das Stadtumbaubüro West als auch die Stadtverwaltung gefordert, um für finanzielle Förderung der Eigentümer zu sorgen. Mit dem Vorstoß seien nicht die Schrottimmobilien gemeint.

Das Potenzial Krefelds sei sehr gut, sagt Thoma, der vor drei Jahren aus dem sächsischen Chemnitz zum Studieren an den Rhein gezogen ist. Nach einiger Zeit in einem Studentenwohnheim suchte er nach einer Mietwohnung und fand die neue Unterkunft am Nordwall Ecke Westwall. "Krefeld bietet alles, was Studenten mögen - ein kulturelles Angebot, gute Radwege, einen innenstadtnahen Campus und viel mehr", sagte Thoma gestern in den FDP-Fraktionsräumen im Rathaus am Von-der-Leyen-Platz. Mit seinem "Blick von außen" glaube er an die Möglichkeiten Krefelds.

Wuppertal sei ein geeignetes Vorbild, meint Schmitz. Dort habe sich im Luisenviertel eine studentisches Quartier entwickelt, weil Mieter und Vermieter zueinander gefunden hätten. Damit dies auch in Krefeld erfolgen könne, solle das Stadtmarketing eine Strategie ausarbeiten, die geeignet sei, Studenten für einen Wohnort innerhalb der Wälle zu begeistern. Die beiden Jungliberalen schlagen vor, die Kommunikationsplattformen des Internets zu nutzen, um die Zielgruppe zu erreichen. Ferner könnte ein "attraktives Gutscheinbuch" nach Chemnitz-Vorbild Erstsemestern dabei helfen, die Angebote und Vorzüge der Stadt kostengünstig zu erproben. Nicht zuletzt seien die Chancen, die "City Bikes" und "Shared mobility" böten, zu ergreifen. "Es ist sinnvoll, die Kosten im Semesterticket mit abzubilden, damit die eigentliche Nutzung unkompliziert vonstatten gehen kann", sagte Thoma.

Die Potenziale Krefelds als Studentenstadt sind groß. jedoch müssen die Angebote hervorgehoben, die Vorteile beworben und die Verbesserungsmöglichkeiten gemeinsam mit der Hochschule, der Gastronomie und dem Einzelhandel umgesetzt werden. Nur eine optimale Verzahnung aller Interessen führt zu einer Win-Win-Situation", schreibt Joachim C. Heitmann, Vorsitzender der FDP-Ratsfraktion in seinem Antrag für den Ausschuss für Verwaltung, Vergabe, Ordnung und Sicherheit, der sich am Donnerstag, 9. November, mit der Thematik beschäftigen soll.

Ausführliche Infos zur Hochschule Niederrhein und den Unis und Studentenstädten in NRW finden Sie hier.

Quelle: RP
 
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