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Krefeld
Holzverarbeitende Berufe: Auf eine Stelle kommen fünf Bewerber

Krefeld: Holzverarbeitende Berufe: Auf eine Stelle kommen fünf Bewerber
Die Kooperation zwischen Agentur für Arbeit und Wirtschaftsförderungsgesellschaft wurde im Jahr 2012 in einer gemeinsamen Vereinbarung festgehalten. Sie soll den Wirtschaftsstandort Krefeld stärken und dazu dienen, künftige Herausforderungen wie den Fachkräftebedarf in der Region oder die Integration von geflüchteten Menschen in Arbeit gemeinsam zu meistern. Weitere erklärte Ziele der beiden Netzwerkpartner sind eine Verbesserung der Ausbildungsmarktsituation, die Steigerung der Frauenerwerbsquote und der Einsatz für Weiterbildung. FOTO: AA
Krefeld. Dirk Strangfeld von der Agentur für Arbeit stellte gestern die neuen Arbeitsmarktzahlen für Juli vor. Die Arbeitslosenquote in der Stadt Krefeld stieg um 0,3 Prozentpunkte auf 10,9 Prozent. Von Norbert Stirken

Alle Rollenklischees über den Haufen wirft die aktuelle Statistik der Agentur für Arbeit Krefeld: Junge Männer und junge Frauen reißen sich bei der Suche um eine Ausbildungsstelle gleichermaßen um die für den Beruf des Verkäufers und Kaufmanns im Einzelhandel. Erst danach geht's geschlechtsspezifisch weiter. Jungen wollen Kfz-Mechatroniker oder Industriemechaniker, Mädchen Sekretärin (Kauffrau für Büromanagement), Medizinische Fachangestellte oder Friseurin werden.

Da trifft es sich gut, dass die Zahl der Bewerber um eine Ausbildungsstelle über die Agentur für Arbeit im Vergleich zum Vorjahr um 130 auf 1989 in der Stadt Krefeld gesunken ist. Gleichzeitig stieg die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze um 122 auf 1449. Damit hat sich das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage für die Jugendlichen deutlich verbessert. Kamen vor zwölf Monaten auf einen Bewerber nur 0,63 offene Stellen, sind es aktuell 0,73 offene Stellen. Das reicht zwar immer noch nicht aus, um jedem Bewerber eine Stelle anzubieten, vieles geschieht allerdings auch ohne Hilfe der Agentur für Arbeit.

Voll im Trend liegen die Berufe der Be- und Verarbeitung von Holz. Auf eine Ausbildungsstelle kommen rund vier Bewerber. Kaum nachgefragt ist hingegen der Beruf des Hochbauers, des Lebensmittelfachverkäufers und in der Gastronomie. Auf einen Bewerber entfallen für die drei Berufe eineinhalb bis fast zweieinhalb Stellen.

Dirk Strangfeld, Leiter der Agentur für Arbeit Krefeld, erläuterte gestern mit Eckart Preen, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft und Kooperationspartner der Agentur für Arbeit, die aktuellen Arbeitsmarktzahlen und der Stadt Krefeld und im Bezirk. "Der Anstieg der Arbeitslosigkeit um 524 Personen gegenüber dem Juni ist saisontypisch dem Ende der Schulzeit und vieler Ausbildungsverhältnisse geschuldet", betonte Strangfeld. Im Juli waren 23.784 Männer und Frauen in Krefeld und im Kreis Viersen arbeitslos gemeldet. Das waren 524 Menschen (oder 2,3 Prozent) mehr als im Juni, jedoch 422 Personen (oder 1,7 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote im Bezirk der Agentur für Arbeit Krefeld stieg damit gegenüber dem Juni dieses Jahres um 0,1 Prozentpunkte auf 8,5 Prozent.

Die Zunahme der Arbeitslosigkeit trifft vor allem die Jüngeren auf dem Arbeitsmarkt. In den Sommermonaten enden viele Ausbildungsverhältnisse, und längst nicht alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen werden direkt von ihren Betrieben übernommen. So erklärt sich der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit (Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahren) um 346 Personen (17,9 Prozent) gegenüber dem Vormonat und um 164 Personen (oder 7,8 Prozent) über dem Wert des Vorjahresmonats.

"Aus Erfahrung wissen wir, dass gerade diese jungen Fachkräfte nach der Sommerpause schnell in den Arbeitsmarkt aufgenommen werden", zeigt sich Strangfeld optimistisch, dass sich die insgesamt positive Entwicklung dieses Jahres nach dem Sommer fortsetzen wird. "Der Bedarf an Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt ist da".

Sowohl die Stadt Krefeld als auch der Kreis Viersen waren von der typischen Entwicklung betroffen. In der Stadt Krefeld stieg die Arbeitslosenquote um 0,3 Prozentpunkte auf 10,9 Prozent, im Kreis Viersen liegt sie nun bei 6,8 Prozent, und damit um 0,1 Prozentpunkt höher als im letzten Monat.

Jugendliche, die noch einen Ausbildungsplatz suchen, können sich über die kostenfreie Servicenummer 0800 4 5555 00 zur Berufsberatung anmelden. Infos gibt es unter www.arbeitsagentur.de.

Quelle: RP
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