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Krefeld
"Horror-Hochhaus" mit Platten gesichert

Krefeld. Noch in dieser Woche sollen alle Fenster und Türen bis zur ersten Etage geschlossen und der Zaun repariert werden. OB Meyer sprach mit Michael Schütz, Leiter der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule. Von Joachim Niessen

An der Alten Gladbacher Straße wird noch in dieser Woche eine neue Baustelle einrichtet - und die Anwohner sind begeistert. Im leerstehenden, elfgeschossigen ehemaligen Studentenwohnheim sollen Handwerker aktiv werden. Zugänge und Fenster werden bis zum ersten Geschoss mit Platten geschlossen. Der Zaun soll so gesichert werden, dass ein Betreten des Grundstücks eigentlich unmöglich ist.

"Das ,Horror-Hochhaus' soll endlich gesichert werden?" fragt Anwohnerin Saskia Berger noch etwas ungläubig. "Gerade für die Eltern mit Kindern in unserem Viertel wäre das ein Segen. Sie könnten endlich wieder ruhig schlafen." Eine Nichte der 36-Jährigen ist auch mehrfach durch das ungesicherte Haus gelaufen: "Es ist dort für die Kinder lebensgefährlich. Überall sind Löcher Öffnungen. Ein falscher Tritt kann tödlich sein." Das Dach des Gebäudes werde derzeit vor allem von Jugendlichen genutzt. Auch Alkohol sei bei ihnen oft mit im Gepäck.

"Der Stadt sind Sofortmaßnahmen zur Sicherung des Grundstücks und Gebäudes durch die Eigentümerin noch in dieser Woche zugesagt worden", erklärte Stadtsprecher Timo Bauermeister. Oberbürgermeister Frank Meyer war ebenfalls vor Ort. In einem Gespräch mit Michael Schütz, Leiter der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule, hat der Verwaltungschef über die Situation gesprochen und dabei deutlich gemacht, dass die Stadt wie angekündigt die Sicherung des Grundstückes als Zwangsmaßnahme selber vornehmen und in Rechnung stellen werde, wenn dies nun nicht unmittelbar durch die Eigentümerin passiere. Schütz hatte den Oberbürgermeister bereits im Februar schriftlich über die unhaltbare Situation unmittelbar gegenüber der Schule informiert.

Hingewiesen hat Meyer aber auch auf die rechtliche Situation bei der Sicherung fremden Eigentums durch Zwangsmaßnahmen. Wichtig für die Anwohner: Der Oberbürgermeister hat sich auch zur planerischen Zukunft des Standorts geäußert und erklärt, dass aus seiner Sicht das Gebäude des ehemaligen Wohnheims nicht weiter verfallen dürfe und die Stadt deshalb die Möglichkeiten einer neuen Nutzung prüfen und gegebenenfalls unterstützen werde.

Die Kosten eines Abrisses des asbestbelasteten Hauses sind ebenfalls bekannt. Nach Aussage von Thomas Luppa, SPD-Ortsvereinsvorsitzender Krefeld-Süd, würde dieser rund 300.000 Euro kosten. Ein Problem: Die Eigentümerin soll insolvent sein. "Ich bin gerade dabei, diese Situation zu klären", so der SPD-Politiker. Er will über Grundbuch und Handelsregister prüfen, ob tatsächlich eine Insolvenz vorliegt und wer der Insolvenzverwalter ist. "Mit dem will ich persönlich Kontakt aufnehmen." Parallel hat die SPD im Süden vor kurzem eine Unterschriftenaktion gestartet, die Listen sollen später an Oberbürgermeister Meyer übergeben werden.

Quelle: RP
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