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Krefeld
Hülser für Streichung der Herbstkirmes

Krefeld: Hülser für Streichung der Herbstkirmes
Vor Jahren war die Frühlingskirmes auf dem Hülser Marktplatz noch ein hoch attraktives Fest. Genau das soll sie wieder werden. FOTO: Rolle
Krefeld. Ein Initiativkreis sprach sich gestern dafür aus, bei Verzicht auf die Herbstkirmes die Frühjahrskirmes ab 2017 mit Schützenfest und Königsvogelschießen auf dem Marktplatz zusammenzulegen. Der Wochenmarkt soll verlegt werden. Von Jochen Lenzen

Als "beschämend" hatte Klaus-Dieter Ohlig. Bezirksvertreter und Vorsitzender des Hülser Bürgervereins die letzte Herbstkirmes beschrieben. Bezirksvorsteher Hans Butzen hatte sogar erklärt, er werde eine solche Kirmes, die den Namen nicht verdiene, nicht noch einmal eröffnen und kündigte die Gründung eines Initiativkreises "Rettet die Hülser Kirmes" mit Vertretern der Verwaltung, der Politik, des Bürger- und des Heimatvereins, der Schützenvereine, des Werberings und des Bottermaat-Organisationsteams an. Das war in der September-Sitzung der Bezirksvertretung Hüls. Gestern Abend kam dieser Kreis von knapp zwei Dutzend Personen im Hülser Rathaus zu einem ersten Treffen zusammen.

Bis 2014 war noch die Bezirksverwaltung für die Organisation der Kirmes (mit Sommerfest) verantwortlich. Diese Zuständigkeit wurde den Vorortverwaltungen aber entzogen und dem Fachbereich Liegenschaft zugeschlagen. Dessen Leiter, Peter Mertens, erklärte gestern, dass die Genehmigungen für zehn Geschäfte der Frühjahrskirmes vom 5. bis 9. Mai jetzt vorlägen. Ein Großfahrgeschäft hatte abgesagt. Paul Müller, Vorsitzender des Schaustellerverbands Niederrhein, will sich um Ersatz bemühen, sagte aber klar und deutlich, dass sich eine Stadtteilkirmes für Großgeschäfte generell nicht mehr lohne.

Nach zahlreichen Wortmeldungen, die unter anderem ein Zusammenlegen von Herbstkirmes und Bottermaat wegen Parkproblemen ausschlossen, kam man mit Zustimmung der Vertreter der beiden Schützenvereine überein, das Schützenfest und das Königsvogelschießen ab 2017 gemeinsam mit der beliebteren Frühjahrskirmes zu feiern. Dabei soll das Festzelt auf dem Kirmesplatz und die Kirmes auf dem Hülser Marktplatz aufgebaut werden. Der samstägliche Wochenmarkt könne ausnahmsweise auch einmal verlegt werden, hatte Peter Mertens, der auch für die Krefelder Märkte zuständig ist, auf Nachfrage erklärt.

Nachdem Florian Effertz, der beide Hülser Kirmesse jahrelang mitorganisiert hatte, auf die - wegen der gleichzeitigen großen Moerser Kirmes - unglückliche Terminierung der Herbstkirmes aufmerksam gemacht hatte, schlug Klaus-Dieter Ohlig vor, die Frühjahrskirmes zu "puschen" und ab 2017 auf die Herbstkirmes zu verzichten. Diesem Vorschlag schloss sich der Initiativkreis einstimmig an. Hans Butzen wies im Übrigen auf Finanzierungsmöglichkeiten beispielsweise für ein Feuerwerk durch die bezirksbezogenen Mittel sowie auf Kontakte zu den heimischen Geldinstituten hin. Er bat Mertens, den gefassten Beschluss an die für Sondergenehmigungen zuständige Tiefbauverwaltung weiterzuleiten und dort auch mitzuteilen, dass eine Lizenzvergabe an einen kommerziellen Trödelmarktbetreiber erst nach Zustimmung durch die Bezirksvertretung erteilt werden möge.

Zum Ende der Sitzung nahm der Bezirksvorsteher einigen Mitgliedern des Initiativkreises teils allerdings nur sehr lauwarm gegebene Zusagen ab, in einem kleineren Kreis weitere Ideen für eine Frühjahrskirmes mit Volksfestcharakter zu sammeln und mit dieser Zielvorstellung nach Ostern zusammenzukommen.

Quelle: RP
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