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Krefeld
Hülser Krippe begeistert seit 25 Jahren

Krefeld. Die strahlend weiße, zwölf Meter breite Eingangsfassade der Hülser Klausur ist das Markenzeichen der Krippe in der St. Cyriakuskirche. Die Figuren aus Oberammergau - darunter ein Kamel mit Pferdehufen - sind fast 200 Jahre alt. Von Jochen Lenzen

Zweierlei lässt den Betrachter staunen, wenn er in der Pfarrkirche St. Cyriakus jetzt wieder vor der Krippe mit der strahlend weißen Fassade der historischen Hülser Klausur steht: Erstens, dass sie schon 25 Jahre alt ist, und zweitens, dass fleißige Krippenfreunde das zwölf Meter breite und vier Meter hohe Szenario innerhalb von nur vier, fünf Stunden aufgebaut haben.

"Die Rentnerband genannte Truppe der Kolpingsfamilie, die bis 1988 immer eine Krippe aufgebaut hatte, war nicht undankbar, als wir - eine Gruppe von sechs jüngeren Leuten - anboten, den Krippenbau zu übernehmen", blickt Paul Koenen zurück. "Durch Anregungen bei einer Krippenfahrt nach Losheim kamen wir dann 1989 auf die Idee, das Krippengeschehen in Hüls in ein historisches Gebäude zu integrieren und entschieden uns für die Klausur, das vormalige Klostergelände aus dem 14. Jahrhundert hinter der Cyriakuskirche."

Paul Koenen erstellte eine zeichnerische Bestandsaufnahme der Klausur, um eine maßstäbliche Zeichnung anzufertigen. Im März 1990 begannen dann die Bauarbeiten - jeden Montag im Hof bei Werner Brands. Da die Fassade dort aber immer wieder abgebaut werden musste, waren die Krippenfreunde dankbar, dass sie sie ab August in der Taufkapelle von St. Cyriakus aufbauen durften. "Die Bedingung des damaligen Pastors Heinrich Wieland: Wir mussten das Gitter mit einem Tuch verhängen." Erstmals wurde die Klausur- Krippe mit ihrer eindruckvollen Fassade aus Spanplatten und Styropor-Ziegeln am 14. Dezember 1990 an ihren Stammplatz im nördlichen Seitenschiff aufgebaut, und mit einem Tuch verhängt, das erst am Heiligen Abend abgehängt wurde.

"Nach Renovierung der gesamten Pfarrkirche haben wir 1993 nochmals die Klausur-Krippe, ein Jahr später aber einen anderen Stall in Form einer Feldscheune aufgebaut. Die Kirchenbesucher fanden sie schön, fragten aber eindringlich nach der beliebten Klausur-Krippe, die seitdem wieder und bis heute in die Cyriakuskirche lockt. Zwischenzeitlich wurden die etwa 90 Zentimeter großen, fast 200 Jahre alten Figuren - darunter ein Kamel mit Pferdehufen (!) - in ihrem Herkunftsort Oberammergau auch in ihrer Farbigkeit restauriert. Die "Rentnerband" hatte sie irgendwann einmal einfarbig angestrichen.

Ende der 90er Jahre hatte Pfarrer Paul Jansen die Krippenfreunde gebeten, die Klausur-Fassade schon zum 1. Advent aufzubauen und die Szenen für die folgenden Sonntage der Weihnachtsgeschichte anzupassen. So wird seitdem zu jedem 1. Advent die Verkündigungsszene mit Maria in ihrer Kemenate und dem Engel in der Türe dargestellt. Und so ist sie noch bis Morgen zu sehen, aufgebaut von inzwischen 15 Krippenfreunden aus drei Generationen.

Übermorgen wird nämlich zum 2. Advent das Bild aufgebaut, das Maria bei Elisabeth zeigt. "Weil wir aber keine Elisabeth als Krippenfigur besitzen, haben wir diese Figur aus den Fenstern oberhalb unseres Marienaltars abfotografiert und im passenden Maßstab vergrößert", erzählt Paul Koenen. Das Bild zum 3. Advent zeigt die Herbergssuche, die mit den vorhandenen Figuren dargestellt wird. Im vierten Bild ist schließlich das Szenario der Weihnacht zu sehen; das Jesuskind aber legt Koenen, der diese Figur bei sich zu Hause verwahrt, immer erst zur Christmette in die Krippe.

"Die allerschönste Ansicht bietet die Krippe aber erst, wenn ab dem 6. Januar auch die Heiligen Drei Könige mit dem Kamel das Bild vollenden", sagt Paul Funger, der schon zu den ersten sechs Krippenfreunden gehörte.

Quelle: RP
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