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Krefeld
Hund reißt Ricke am Egelsberg

Krefeld: Hund reißt Ricke am Egelsberg
Ein Jagdpächter hat im Bereich des Egelsberg ein totes Reh gefunden. Bissspuren deuten darauf hin, dass ein Hund das Tier gerissen hat. FOTO: Lammertz
Krefeld. Zwischen Niepkuhlen und Egelsberg ist ein verendetes Reh gefunden worden. Jagdpächter Heinz Dohr ist überzeugt, dass ein Hund das Tier totgebissen hat. Von Joachim Niessen

"Wer dabei erwischt wird, wie sein Hund wildert, muss mit empfindlichen Strafen rechnen", so Polizeisprecherin Katrin Wentker. Freilaufende Hunde werden für Naturschützer und Jäger gleichermaßen immer mehr zum Problem.

Heinz Dohr ist schockiert. Er hat im Naturschutzgebiet zwischen Niepkuhlen und Egelsberg ein verendetes Reh gefunden. Es wurde tot gebissen. Für den Jagdpächter und Jagdschutzberechtigten besteht kein Zweifel: von einem Hund. "Die Ricke war kurz vor ihrem Tod trächtig, sie hat zwei Kitzen", sagt Dohr. Was aus den beiden Jungtieren geworden ist, weiß er bisher nicht. Sie dürften aber keine Überlebenschance haben. Anzeige hat Dohr nicht erstattet.

Es war vergangene Woche Freitag gegen 18 Uhr, als Dohr den Fund in seinem Revier machte. "Das Tier war schon mehrere Stunden verendet", so der erfahrene Jagdpächter. "Die Bissspuren zeigten eindeutig, dass es von einem Hund gerissen worden ist." Für Halter, die ihre Vierbeiner in Wäldern oder Brutgebieten frei laufen lassen, hat Dohr kein Verständnis.

Wer einen Hund frei im Feld oder im Wald umherlaufen lässt, dieser dann ein Tier jagt und reißt, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Es handelt sich dabei um Wilderei. Und das ist eine Straftat. Zeugen für den jüngsten Vorfall in Krefeld gibt es bisher nicht: "Meistens wird da auch niemanden gefunden", weiß Dohr. Der Halter des wildernden Hundes werde nur schwer zu ermitteln sein.

Jagdpächter appelliert an die Tierbesitzer, ihre Vierbeiner draußen nur dann frei laufen zu lassen, wenn sie aufs Wort gehorchen und sie sie auch total im Griff haben. Ansonsten rät er zur langen Leine, die den Hunden auch Auslauf gewährt, im Ernstfall das Tier aber zurückhält. Aber ob das bei einem aufgeweckten Jagdtrieb eines Hundes jedem Halter gelingt, sei fraglich. Grundsätzlich seien jagende Hunde eine besondere Gefahr, wenn Rehe oder auch Hasen ihre Jungen in die Welt setzen. "Für einen Hund auf der Jagd sind sie leichte Opfer."

Das Tragische für Dohr ist, dass das gerissene Reh Muttertier gewesen ist. "Somit hat der Hund nicht ein Reh getötet, sondern noch zwei weitere", befürchtet er, denn die Kitzen müssen elend verhungern. Dass die Ricke zwei Junge hat, erkennt der Experte am Gesäuge: "Dafür gibt es klare Hinweise."

Mehrfach beschwerten sich Jäger im Raum Krefeld immer wieder über frei laufende beziehungsweise streunende Hunde. "Das Thema hat durchaus eine größere Tragweite, als es auf den ersten Blick vermuten lässt", erklärt Dohr. "In Revieren mit entsprechendem ,Freizeitdruck', für den nicht nur Menschen, die sich in der Flur und vor allem im Wald aufhalten, sondern auch die Hunde sorgen, stellt man fest, dass die Rehe sich sehr scheu und überaus nervös verhalten." Die Pächter appellieren "eindringlich" an die Hundehalter, in freier Wildbahn auf ihre Tiere zu achten. "Hier ist jeder Einzelne gefragt, Verantwortung zu zeigen", so Dohr. Insbesondere in Waldgebieten sollten die Hunde an die Leine genommen werden. Ebenso sollten sie die Wege nicht verlassen. Der Jagdpächter betont, man wolle nicht grundsätzlich "den Zeigefinger heben". Den Jägern sei bewusst, dass Hunde ihren Auslauf brauchen und sich der überwiegende Teil der Tierhalter korrekt verhält.

Die Folgen für die Hundebesitzer können gravierend sein: "Wer dabei erwischt wird, wie sein Hund wildert, muss mit empfindlichen Strafen rechnen", so Polizeisprecherin Katrin Wentker. Das Gesetz sieht Geldbußen in einer Höhe von bis zu 5000 Euro vor. Außerdem sind die Jäger befugt, Hunde, die erkennbar dem Wild nachstellen und dieses gefährden, zu erschießen.

Quelle: RP
 
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