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Krefeld
Hunde erleichtern Demenzkranken das Leben

Krefeld: Hunde erleichtern Demenzkranken das Leben
Sie stellen das Projekt "4 Pfoten für Sie" vor (v.l.): Nadine Cujai vom Projektteam Krefeld, Peter Scharfe (Alexianer Köln), Michael Wilke (Alexianer Krefeld), Initiatorin Änne Türke, Dorothea Kisielinski von der Salvea-Stiftung und Professor Dr. Ralf Ihl, Chefarzt der Gerontopsychiatrie, mit Labradorhündin Jonah. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Die Idee kommt von der Alexianer GmbH Köln: Dort bewährt sich seit 2008 der Hundebesuchsdienst "4 Pfoten für Sie". Jetzt kommt dieser ehrenamtliche Service auch nach Krefeld. Dafür werden Bürger mit geeigneten Hunden gesucht. Von Julia Schleier

Kontakt und Aktivitäten mit Hunden fördern Bewegungen und Erinnerungen bei Menschen mit Demenz. Der ehrenamtliche Hundebesuchsdienst "4 Pfoten für Sie", der von der Alexianer GmbH Köln 2008 gegründet wurde, kommt nun auch nach Krefeld. Die Geschäftsführungen der Kölner und der Krefelder Alexianer sowie der Salvea-Stiftung unterzeichneten jetzt eine entsprechende Kooperationsvereinbarung.

Es gibt vielerlei Gründe, weshalb Hunde für den Kontakt zu Menschen mit Demenz besonders gut geeignet sind: Sie gehen vorbehaltlos auf Menschen zu, steigern das emotionale Wohlbefinden, können beruhigend, aber auch aufmunternd wirken. "Da die verbale Verständigung mit Demenzkranken im Verlauf der Krankheit schwierig werden kann, ist das nonverbale Ausdrucksverhalten von Hunden für die Kommunikation mit ihnen sehr hilfreich", erklärt Michael Wilke, Regionalgeschäftsführer der Alexianer Krefeld GmbH. "Außerdem stellen wir oft fest, dass viele Menschen Berührungsängste haben, Personen mit Demenz zu betreuen. Hunde können hier Türen öffnen.", fügt Nadine Cujai hinzu, die dem dreiköpfigen Projektteam für den neuen Besuchsdienst in Krefeld angehört.

"Angebote für Demenzkranke gebe es viele, tiergestützte Therapien jedoch kaum und wenn, nur zu hohen Preisen", sagt Peter Scharfe, Regionalgeschäftsführer Alexianer Köln. Hier setzt das Konzept des Besuchsdienstes "4 Pfoten für Sie" an. Er sei keine klassische Therapie, ermögliche Menschen mit Demenz aber den Kontakt zu Hunden und biete Angehörigen eine stundenweise Entlastung.

Durchgeführt werden diese Besuche von geschulten ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern aus der Region. "Eine hohe Fachlichkeit und genaue Abstimmung zwischen Hund, Hundehalter und dem Demenzkranken seien für das Vorhaben sehr wichtig", betont Änne Türke, Ideengeberin und Projektleitung von "4 Pfoten für Sie". Für den Besuchsdienst werden jetzt Krefelder gesucht, die einen geeigneten Hund haben und ihre Zeit für die Betreuung von Menschen mit Demenz zur Verfügung stellen wollen. Ein vorheriger Eignungstest, ein 45-stündiger Qualifizierungskurs und die Abnahme eines Hundeführerscheines bereiten Mensch und Hund auf die gemeinsame Aufgabe vor.

"Wir sind sehr optimistisch, dass das Projekt auch hier in Krefeld funktionieren wird. Schließlich haben wir die Möglichkeit, viele Bestandteile des bereits vor acht Jahren in Köln realisierten Konzepts zu übernehmen", sagt Wilke. Dorothea Kisielinski, Geschäftsführerin der Salvea-Stiftung, erhofft sich, dass sich das Projekt durch den finanziellen Anschub der Stiftung eines Tages durch weitere Spenden selber tragen kann.

Interessierte sind eingeladen zum Infoabend am Donnerstag, 3. November um 19 Uhr im Gerontopsychiatrischen Zentrum, Oberdießemer Straße 111, oder wenden sich an Nadine Cujai, Telefon (02151) 3345277 oder per E-Mail "n.cujai@alexianer.de".

Quelle: RP
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