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Krefeld
Hunderudel verursacht Lärm und Gestank

Krefeld: Hunderudel verursacht Lärm und Gestank
Durch ein Gitter haben Anlieger die Hinterlassenschaften der Hunde auf dem Grundstück fotografiert. FOTO: Anlieger
Krefeld. Eine Anwohnerin an der Straße Am Hirschsprung in Oppum hält seit Jahren etliche Hunde, die angeblich ohne Auslauf bleiben. Die Klagen der Nachbarn haben bei den Behörden bisher nichts bewirkt. Jetzt hat sich die Politik eingeschaltet. Von Carola Puvogel

Drei Jahre, rund 50 Anzeigen, wöchentliche Lärmprotokolle, die an die Verwaltung geschickt wurden, unzählige Einsätze der Polizei und des Kommunalen Ordnungsdienstes - die Anwohner der Straße Am Hirschsprung sind verzweifelt, weil keiner ihrer Hilferufe an Verwaltung und Ordnungsbehörden irgendetwas bewirkt hat. Der Fall: Auf einem Grundstück in dem Wohngebiet hält eine Frau seit mehreren Jahren ein Rudel von 15 bis 20 Hunden. Die Nachbarn fühlen sich nicht nur vom Lärm und der Aggressivität der Tiere belästigt, sondern auch von deren Hinterlassenschaften.

Die Anlieger Raimund Goertz und Günter Pesch haben schon im September 2014 die Zustände an der Straße Am Hirschsprung beklagt. FOTO: Thomas Lammertz

Beim Ortstermin sind die Hunde zwar im Haus, das Bellen nur entfernt zu hören. Doch der Fäkalien-Gestank, der an diesem kalten Wintertag von dem verwahrlost wirkenden Grundstück ausgeht, ist atemberaubend. "Das Problem ist, dass die Hunde das Grundstück nie verlassen, nicht ausgeführt werden", berichtete Raimund Goertz unserer Zeitung schon vor eineinhalb Jahren. "Deshalb ist das Gelände mit Hundekot total verunreinigt." Ein kurzer Blick durch den notdürftig mit Matten verhängten Zaun reicht, um allein in Zaunnähe ein Dutzend Kothaufen zu zählen. "Jetzt im Winter geht es noch so einigermaßen, aber man kann sich ja vorstellen, wie das ist, wenn es wärmer wird und die Sonne auf die Hundehaufen scheint", sagt ein Anwohner.

Politiker machen sich für die Anwohner stark

Ratsfrau Karin Späth und die Landtagsabgeordnete Ina Spanier-Oppermann (beide SPD) versuchen, die Anwohner zu unterstützen. Späth berichtet, dass sie selber wiederholt durch die Straße spaziert sei, um sich ein Bild von der Situation zu machen: "Schon wenn man vier Häuser von dem besagten Grundstück entfernt ist, schlagen die Hunde an." Die Beeinträchtigung der Nachbarschaft durch Lärm und Gestank sei nicht hinnehmbar. Späth sei an dem Thema "ständig dran" und ist frustriert, dass sich die Lage trotz ihres jetzt Monate dauernden Einwirkens auf die Verwaltung nicht verbessert hat.

Ina Spanier-Oppermann hat die Nachbarn der Hundehalterin ebenfalls besucht. "Die sind verzweifelt, und das kann ich gut verstehen", sagt sie. "Wir müssen den Menschen den Glauben an die Verwaltung und politischen Handeln wiedergeben. Die Leute denken doch, wir sind nicht in der Lage, ihnen zu helfen." Die Landtagsabgeordnete findet klare Worte für die Situation Am Hirschsprung: "Für die Nachbarn dort ist es ein Horror, nach Hause zu kommen.

Die Situation macht sie krank." Nach ihrer Kenntnis sollte die Hundehalterin, eine ehemalige Polizeibeamtin, die jetzt im vorzeitigen Ruhestand sei, zum Ende des vergangenen Jahres mit ihren Tieren ins Ausland, nach Ungarn, umziehen. Doch dazu sei es nicht gekommen. Karin Späth weiß mehr: "Da gibt es wohl einen dubiosen Anwalt der Hundehalterin. Der hat abends die Nachbarn angerufen, und erklärt, aufgrund der vielen Strafgelder, die die Halterin schon habe zahlen müssen, sei nun kein Geld für die Auswanderung übrig. Daher sollten die Nachbarn 3000 Euro bereitstellen, um den Wegzug möglich zu machen.

Späth und Spanier-Oppermann erwarten für Ende dieser Woche eine Rückmeldung von der Verwaltung. Die gibt sich auch auf die Nachfrage unserer Zeitung zugeknöpft: Das Problem sei bekannt. "Die Fachbereiche Bauaufsicht und Ordnung beschäftigen sich derzeit mit der Thematik. Ein Ergebnis liegt noch nicht vor."

Quelle: RP
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