| 00.00 Uhr

Krefeld
Hundesteuer: Stadt jagt "Schwarze Schafe"

Krefeld: Hundesteuer: Stadt jagt "Schwarze Schafe"
Die Stadt geht jetzt gezielt gegen Hundehalter ohne Steuermarke vor (Archivbild). FOTO: KA
Krefeld. Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) führt intensive Überprüfungen von Hundehaltern durch. Die Stadt-Sheriffs sollen in Krefeld "Schwarze Schafe" aufspüren, die keine gültige Steuermarke für ihren Hund vorweisen können. Der Ordnungsdienst nimmt dazu gezielt Hundewiesen, Parks und Grünstreifen unter die Lupe. Von Joachim Niessen

Der treueste Freund des Menschen kann schnell zum teuersten werden - sagt der Bund der Steuerzahler NRW (BdSt) beim Vergleich der Hundesteuer von 224 Städten und Gemeinden. In Verl zahlen Hundeliebhaber 25 Euro für einen Hund im Jahr. In Hagen sind es dagegen 180 Euro. Krefeld liegt mit 111 Euro im Mittelfeld. Ein sogenannter Kampfhund schlägt in Monheim gar mit 1320 Euro zu Buche. Wer seinen Hund aus dem Tierheim holt, wird in vielen Städten für ein Jahr oder noch länger von der Hundesteuer befreit.

Die Untersuchung des Bunds der Steuerzahler NRW zeigt deutlich, dass es bei der Hundesteuer nicht nur um die Einnahmen geht, sondern dass die Städte darüber das Verhalten der Bürger steuern wollen. Dabei seien Bagatellsteuern, zu denen auch die Hundesteuer zählt, in einem zeitgemäßen Steuersystem nicht mehr angemessen. 24 der untersuchten Kommunen haben die Hundesteuer im Vergleich zu 2016 erhöht: Geseke um 40 Prozent (von 60 auf 84 Euro), Elsdorf um gut 32 Prozent (von 77 auf 102 Euro) und Brilon um 30 Prozent (von 60 auf 78 Euro).

Besonders happig wird es, wenn mehrere Tiere gehalten werden, denn die Steuer steigt mit der Anzahl der gehaltenen Hunde - und zwar je Hund. Das ist auch in Krefeld so: Mit 111,32 Euro für den ersten, 129,47 für den zweiten und 147,62 für den dritten und jeden weiteren Hund rangiert die Stadt im teuersten Fünftel der befragten Kommunen in Nordrhein-Westfalen. Für sogenannte Kampfhunde vervielfachte sich bereits 2016 die Hundesteuer in Krefeld im Vergleich zum Vorjahr von 101,20 Euro auf 800 Euro. Für jeden weiteren Kampfhund verlangt die Stadt sogar 900 Euro.

Allerdings: In 53 Kommunen zahlen Besitzer von Kampfhunden denselben Steuersatz wie Hundebesitzer der anderen Kategorien. In den restlichen untersuchten Kommunen fällt ein erhöhter Steuersatz für Kampfhunde an. Am teuersten ist es in Monheim mit 1320 Euro, in Siegburg mit 1100 Euro und in Schwelm und Wuppertal mit 1000 Euro je Kampfhund und Jahr. 59 Kommunen bieten Kampfhundebesitzern einen reduzierten Steuersatz an, wenn sie einen Nachweis gemäß Landeshundegesetz NRW erbringen, dass eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit nicht zu befürchten ist.

Unter bestimmten Voraussetzungen bekommen Hundehalter jedoch auch Ermäßigungen. Eine Steuerbefreiung gibt es für hilflose, blinde oder solche Personen, die einen Schwerbehindertenausweis besitzen. Wer bedürftig ist, bekommt unter anderem in Krefeld eine Ermäßigung - in den meisten Fällen allerdings nur für einen Hund. Zeitlich befristete Steuerbefreiungen gibt es in Krefeld weder für Wachhunde noch für Vierbeiner, die aus dem Tierheim kommen. Ob Dackel, Mops oder Pitbull - die Stadt hat ein waches Auge darauf, welches Haustier bei Herrchen oder Frauchen wohnt. Zwar hat die Verwaltung die für 2016 geplante Hundebestandsaufnahme durch einen externen Dienstleister wieder gekippt und erklärt, die Maßnahme als "Eigenerhebung" selbst durchzuführen. Hintergrund: Das Fremdunternehmen hätte hierfür Kosten von knapp 150.000 Euro in Rechnung gestellt. Übrigens: 13.453 (Stand 23. November 2016) zur Steuer angemeldete Hunde gibt es in Krefeld. Mit einem erfassten Bestand von rund 58 Hunden je 1000 Einwohner hat Krefeld bundesweit einen Spitzenplatz, und der Kämmerer konnte sich 2016 über Einnahmen in Höhe von 1,5 Millionen Euro durch die Hundesteuer freuen.

Anmeldeformulare liegen in den Bürgerbüros aus und sind unter www.krefeld.de/de/dienstleistungen/hundesteueranmeldung/ verfügbar. Dort ist auch jederzeit eine Online-Anmeldung möglich. Die Verwaltung weist noch einmal darauf hin, dass alle Hunde, die sich im öffentlichen Raum aufhalten, eine gültige Hundesteuermarke (dunkelblau, Stadt Krefeld 2015 - 2019) tragen müssen. Ersatz für verlorene Marken kann per E-Mail an fb21@krefeld.de zum Preis von elf Euro angefordert werden.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Krefeld: Hundesteuer: Stadt jagt "Schwarze Schafe"


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.