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Krefeld
Idee: Altes Odeon-Kino als Quartierstreff

Krefeld: Idee: Altes Odeon-Kino als Quartierstreff
Bärbel Schnell in dem weiten Saal des ehemaligen Kinos. Die abgehängte Decke soll entfernt werden, damit das elf Meter hohe Gewölbe sichtbar und der Raum noch besser nutzbar wird. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Der junge Bürgerverein Kronprinzenviertel hat das Objekt neben der früheren Kultkneipe "Flimmerkiste" auf der Suche nach einem Raum für Begegnungen entdeckt. Mit Sponsorenhilfe will er es zuerst einmal über den Winter anmieten. Von Jochen Lenzen

Daran hatten sie nicht im Traum gedacht: Als die niedrige Decke der riesigen, seit Jahren leerstehenden Halle an einer Stelle geöffnet wurde, tat sich der Blick auf das elf Meter hohe Gewölbe des ehemaligen Odeon-Kinos an der Neuen Linner Straße auf. "Wir waren begeistert, denn mit dem Entfernen der abgehängten Decke könnten hier noch ganz andere Nutzungsmöglichkeiten realisiert werden", sagt Bärbel Schnell, Vorsitzende des jungen Bürgervereins Kronprinzenviertel. Doch der Reihe nach.

Der vor zwei Jahren gegründete Bürgerverein hat seit dieser Zeit das Haus der Seidenkultur mit relativ kleinen Räumlichkeiten für Info-Abende nutzen können. "Dabei wurde aufgrund unseres wachsenden Netzwerks immer wieder der Ruf nach einem größeren Raum für Begegnungen laut", berichtet Bärbel Schnell, die als freie Journalistin und Übersetzerin arbeitet.

"Bei der Suche haben wir dann eines Tages die leerstehende Halle neben der vormaligen Kultkneipe Flimmerkiste, der heutigen Gaststätte ,Stadtmitte', mit anderen Augen gesehen. Wir haben uns dann an den Leerstandsmanager der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, Holger Leroy, gewandt, der uns den Kontakt mit dem Eigentümer schuf. Das Objekt gehört einer chinesischen Familie aus Willich, die es im April dieses Jahres gekauft hat."

In diesem Objekt an der Neuen Linner Straße soll der Quartierstreff eingerichtet werden. Rechts befand sich die früher die "Flimmerkiste" - heute "Stadtmitte". FOTO: Lammertz Thomas

Mit dem Eigentümer haben sich die Vorsitzende und weitere Akteure aus dem Umfeld des Bürgervereins - darunter die Caritas, das Theater ohne Namen und und der SC Bayer Uerdingen - an Ort und Stelle getroffen. "Der Vermieter zeigte sich uns gegenüber wohlgesonnen und hat Interesse an uns", freut sich Bärbel Schnell. Und als sich herausgestellt habe, dass die Frage nach dem Notausgang kein Problem darstelle, sei die Grundvoraussetzung für einen Quartierstreff erfüllt gewesen. "Das Objekt verfügt neben dem nötigen Fluchtweg auch über Toiletten, Beleuchtung und eine Gas-Fußbodenheizung. Ein Mietvertrag ist auch schon entwickelt."

Die Idee ist nun, das ehemalige Odeon, das später das Programmkino "Curbelkiste" sowie zwei Lebensmitteldiscounter und schließlich einen privaten Second-Hand-Möbelladen beherbergte, über den Winter anzumieten und wärmetechnisch herzurichten, die Decke herauszunehmen und die gesamte Halle leer zu lassen. "Damit hätten wir einen Raum für Begegnung und für Bewegung, in dem man nicht nur Kettcar fahren und Theater, sondern unter dem großen Gewölbe zum Beispiel auch Basketball spielen kann", begeistert sich die Vorsitzende des Bürgervereins.

In den Wintermonaten soll ein zukunftsfähiges Konzept entwickelt und nach Fördermitteln gesucht werden. "Wir haben zwar selbst nicht das nötige Geld für die Miete, aber wir haben die Ideen, Leute mit Erfahrung und gute Kontakte zur Stadt", sagt Bärbel Schnell. "Für die erste Monatsmiete haben wir auch schon einen Sponsor gefunden. Und für die Folgemonate hat eine private Sponsorin weitere Mittel in Aussicht gestellt, so dass das Winterprojekt zu realisieren wäre."

Kontakt: www.wir-sind-kr.de

Quelle: RP
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