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Krefeld
IHK empfiehlt Ausbau des Internets mit besserer Breitbandtechnologie

Krefeld. Die IHK empfiehlt der Stadt, beim Ausbau des Breitbandinternets für die Unternehmen auf zukunftsgerichtetere Technik setzen, als dies bisher geschieht. Anlass sind Meldungen von Krefelder Unternehmen, die sich über zu langsames Internet in Krefeld beschweren. Die Stadt solle beim Breitbandausbau nach Möglichkeit gleich auf eine leistungsfähigere Technik setzen, empfiehlt Andree Haack, bei der IHK zuständig für die Themen Existenzgründung und Unternehmensförderung. "Damit wir nicht in wenigen Jahren schon wieder beim Breitbandausbau nachrüsten müssen." Haack würde es ferner begrüßen, wenn die Städte eine Übersicht über Mängelzonen erstellt, um Lücken im Breitbandnetz zu finden. Eine zukunftsfähige Internetanbindung sei zu einem wichtigen Standortfaktor für die Unternehmen geworden. Daher müsse man gezielt an dem Ausbau des Breitbandnetztes arbeiten.

Unterstützung erhielt die IHK gestern von den Krefelder Grünen, die ebenfalls einen schnelleren Ausbau des Breitbandnetzes forderten. Die Stadt solle Fördermittel aus dem jüngst aufgelegten Bundesprogramm zum Ausbau des Breitbandnetzes beantragen. "Ab sofort wird der Bund insgesamt 2,7 Milliarden Euro bereitstellen, um flächendeckend Netzzugänge von mindestens 50 Mbit pro Sekunde zu schaffen", erläutert der finanz- und wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen, Ratsherr Thorsten Hansen. Der Fördersatz solle im Regelfall 50 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten betragen.

Die Nachricht von Mängeln bei schnellem Internet überrascht angesichts der Tatsache, dass die Telekom noch im April 2014 mitgeteilt hatte, dass ganz Krefeld mit schnellem Internet ausgestattet würde. Konkret will die Telekom ihr "vDSL"-Angebot ausbauen und dafür Glasfaserkabel verlegen. Das heißt technisch, dass sie auf das sogenannte "Vectoring-Verfahren" setzt (das "v" bei vDSL steht für vectoring). Vectoring ist eine Technik, durch die die Leistungsfähigkeit der "Kabelverzweiger" erhöht wird. Von dort laufen aber nach wie vor die Kupferdrähte in die Häuser und Betriebe. Andree Haack erklärt: Da Kupfer eine leistungsdämpfende Wirkung hat, kommt - bei steigender Entfernung - nicht immer die Datenrate beim Endverbraucher an, die auf dem Kabelverzweiger liegt. Die vDSL-Technik war deshalb lange nicht förderfähig, wurde als Brückentechnologie gesehen. Eine echte Breitbandverkabelung kann sie nach Ansicht von Experten nicht ersetzen. "Der Netzausbau auf den vDSL-Standard ist eine klare Verbesserung für die Unternehmen", erläutert Andree Haack, "doch wird er auf Dauer kaum ausreichend sein. Schon in einigen Jahren wird ein kompletter Glasfaserausbau Standard sein."

Die Zeit, darauf verweisen die Krefelder Grünen, drängt durchaus. Die Frist zur Einreichung von Anträgen läuft laut Thorsten Hansen noch bis zum 21. Januar 2016.

(sep)
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