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Krefeld
Iiro Rantalas Jazzfeuerwerk im ausverkauften Rittersaal der Burg

Krefeld. Schöner konnte Günter "Fongi" Holthoff, der Nestor der Niederrheinischen Jazz-Szene, seinen 80. Geburtstag nicht feiern. Der Jazzklub Krefeld beschenkte ihn mit einem Senioren-Handy, der Oberbürgermeister würdigte sein kulturelles Schaffen in einer kleinen Ansprache, und das Iiro Rantala Trio gab ein grandioses Konzert im ausverkauften Rittersaal der Burg Linn.

Mit einer entspannten, dezent swingenden Fusion von Jazz und finnischem Tango begann Rantala, der Pianist aus Helsinki, den Abend, blues-gefärbt und mit Rhythmuswechseln im Stile der Beatles ging es weiter, und sein Spiel funkelte nicht nur mit der Brillanz seines Könnens, sondern auch mit der Glut seines Herzens und jenem kräftigen Schuss Selbstironie, mit dem er sich bei seinen früheren Auftritten in Krefeld schon bestens eingeführt hatte. In Lars Danielsson (Kontrabass) und Morton Lund (Schlagzeug) hatte er hervorragende Sidemen. Jeder Musiker hat seine eigene Handschrift, nicht zuletzt sein ganz eigenes Rhythmusverständnis, und dennoch passen sie zusammen wie füreinander gemacht, unter anderem deshalb, weil sie sich alle drei nicht nur durch Virtuosität, sondern auch durch jungenhafte Spielfreude auszeichneten.

Einige Stücke des Abends stammten vom aktuellen Album "How Long Is Now?", Kenny Barron, Leonard Bernstein und natürlich Iirio Rantala waren die Komponisten. Ob mit Kaskaden von Staccati im Stile Les McCanns, beinah schnulzigen Arpeggien oder tief aus Blues und Boogie schöpfend - Rantala spielte mit Soul und mitreißender Leidenschaft.

Weitere Höhepunkte waren zwei Stücke von Lars Danielsson: "Africa" mit perkussivem Drive, bei dem der Bassist die Synkopen nur so purzeln ließ, während Lund seine Snare mit der flachen linken Hand und einem weichen Klöppel in der Rechten schlug, und "Taxim By Night", dessen dichter, von der Fingertrommel Darbuka stammender Rhythmus auf Bass und Drumset hell aufloderte. Auch das spontan auf ein Stichwort aus dem Publikum hin improvisierte "Moon Bridge", und das hochdramatische "The Year 2016", inspiriert nicht zuletzt durch den Ausgang der US-Präsidentenwahl, waren von besonderer Güte.

Eine erste Zugabe zum Dahinschmelzen und eine zweite über ein knackiges Stevie-Wonder-Thema entließen das restlos begeisterte Publikum in die Nacht.

(MoMe)
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