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Krefeld
Immobilien: Krefeld ist 20,5 Milliarden Euro wert

Krefeld: Immobilien: Krefeld ist 20,5 Milliarden Euro wert
Der Stadtwert Krefelds beträgt laut Bulwien Gesa 20,5 Milliarden Euro. Derzeit wird viel investiert. Als Satellit der Landeshauptstadt hat Krefeld gute Chancen und befindet sich auf dem richtigen Weg. Hinsichtlich der Baukultur in der Stadt setzt das Seidenweberhaus und dessen Zukunft ebenso Maßstäbe wie Mediothek und Theater. FOTO: Heitkamp
Krefeld. Eine neue Studie listet jetzt zum ersten Mal den Wert von Krefelds Grundstücken und Gebäuden auf. Ziel der Studie, Entwicklungspotenziale der Stadt besser abschätzen zu können. Von Norbert Stirken

Krefeld hat einen Stadtwert von 20,5 Milliarden Euro. Mit dieser konkreten Summe überraschte Andreas Schulten beim Immobilien- und Investorenforum unter dem Titel "Gewerbearchitektur und Baukultur" der Industrie- und Handelskammer in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Krefeld in der Volksbank. Schulten ist der Experte eines der großen unabhängigen Analyseunternehmen in Kontinentaleuropa - der Bulwien Gesa AG in Berlin.

Krefeld sei als Satellit der Landeshauptstadt Düsseldorf in einer Boomregion. Düsseldorf zähle zu den sieben deutschen A-Städten mit wachsender Bevölkerung und steigenden Preisen. Dazu gehören außerdem Berlin, München, Hamburg, Stuttgart, Köln und Frankfurt am Main.

Auf dem Immobilienmarkt komme es nicht auf die Nutzung wie Wohnen, Gewerbe oder Logistik an, sondern einzig und allein auf die Lage. Und die sei für Krefeld im Speckgürtel der Landeshauptstadt vielversprechend. Zumal Düsseldorf als führende Region der kleineren A-Städte in der Wohnungsbauleistung im Umland im Vergleich der sieben Kommunen an letzter Stelle liege. Dort besteht Nachholbedarf, um von dem vielzitierten Überschwappeffekt profitieren zu können. Zumal der Wohnungsmarkt den größten Teil des Stadtwerts ausmacht. Die 20,5 Milliarden Euro für Krefeld schlüsseln sich im Einzelnen in 9,67 Milliarden Euro für Eigenheime, 6,15 Milliarden Euro für Geschosswohnungsbau, 1,09 Milliarden Euro für Bürogebäude, 1,51 Milliarden Euro für Handelsflächen und 590 Millionen Euro für Industrieimmobilien auf. Hinzu kommen 1,49 Milliarden Euro im Besitz der öffentlichen Hand.

"Das statistische Material liegt gut aufbereitet vor, so dass sich treffliche Aussagen machen lassen", erklärte Schulten. Der Immobilienpreis sei der beste Indikator für alle Faktoren der Lebensqualität in einer Stadt. Aufmerksamkeit gelte es auf den Wohnungsmarkt zu legen, in eine gute Baukultur und eine positive Einzelhandelsentwicklung. Krefeld marschiere dabei "in die komplett richtige Richtung", attestiert der Experte. Die Stadt sei angehängt an einen Wachstumsmarkt.

Unter Baukultur ist eine Kombination von Ökologie, Ökonomie, Nachhaltigkeit und soziokultureller Faktoren zu verstehen. Dass die Stadt Krefeld in dem Zusammenhang gerne auf die Bauten des weltbekannten Bauhaus-Architekten Ludwig Mies van der Rohe setzen möchte, sei als Marke über die Stadtgrenzen hinaus noch nicht angekommen, befand Schulten. Insofern sei es eine Marketingaufgabe, dies, falls erwünscht, zu befördern. Tim Rieniets von der Stadtbaukultur NRW warnte davor, nur Augenwischerei zu betreiben. Es reiche in der Substanz nicht, bekannten Namen und berühmten Architekten gleichsam als Etikett und Werbeposter in den Vordergrund zu stellen. Bastian Julius von Die Developer Projektentwicklung GmbH entgegnete, dass die Offensive beim Kö-Bogen in Düsseldorf mit dem Stararchitekten Daniel Libeskind das Projekt "nach vorn gebracht" habe.

In Krefeld sind die Developer im Auftrag der Sparkasse Krefeld an der Friedrichstraße, Königstraße und St.-Anton-Straße aktiv, wo ein Neubau mit dem Nahversorger Edeka als Ankermieter entstehen soll. Anfang bis Mitte des kommenden Jahres beginnen die Abrissarbeiten. 2017/2018 soll der Neubau stehen.

Quelle: RP
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