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Krefeld
In Krefeld fehlen Eltern, die ein Kind adoptieren möchten

Krefeld. Landesamt für Datenverarbeitung stellt die Zahlen vor.

Adoptionen sind in Krefeld offenbar kein großes Thema. Anders als zum Beispiel in der Nachbarstadt Düsseldorf, wo für 178 interessierte und registrierte Eltern nur zwei zur Adoption vorgemerkte Kinder und Jugendliche dokumentiert sind, ist das Verhältnis in Krefeld entgegengesetzt. Laut Amt für Datenverarbeitung und Statistik (IT.NRW) sucht das Jugendamt in Krefeld für sieben Jungen und Mädchen Adoptiveltern - vorgemerkt sind aber nur fünf. Einen solchen Trend gab es 2013 schon einmal. Damals warteten zehn Kinder auf ihre Adoption, aber nur acht Erwachsene waren interessiert. Überhaupt fällt auf, dass die Fallzahlen in Krefeld mit denen vergleichbarer Städte seit Beginn der Statistik im Jahr 2009 schon nicht mithalten können.

Im vergangenen Jahr kam es zu 15 Adoptionen: Acht Mädchen und sieben Jungen fanden neue Eltern. Achtmal war es der Stiefvater beziehungsweise die Stiefmutter, die ihren Schützling adoptierte. Siebenmal waren es gänzlich fremde Erwachsene, die mit den Kindern in keinem verwandtschaftlichen Verhältnis standen.

Für dieses Jahr befinden sich in Krefeld sechs Jungen und Mädchen in einer Adoptionspflege. Das ist gleichsam der Testlauf, ob sich beide Seiten miteinander vertragen.

Für Nordrhein-Westfalen ingesamt hat IT.NRW zusammengefasst, dass im zurückliegenden Jahr 946 Kinder und Jugendliche (472 Jungen und 474 Mädchen) adoptiert worden sind. Wie die Landesbehörde mitteilt, wurden damit 79 oder 9,1 Prozent mehr Kinder und Jugendliche adoptiert als im Jahr 2014 (damals: 867 Adoptionen). 353 (37,3 Prozent) adoptierte Kinder waren im vergangenen Jahr jünger als drei Jahre, und 363 (38,4 Prozent) waren zwischen drei und elf Jahren alt. Nahezu zwei Drittel (63,5 Prozent) aller Adoptionen erfolgten durch einen neuen Partner (Stiefvater/Stiefmutter) des leiblichen Elternteils. 22 Kinder wurden von Verwandten und 323 Kinder von nicht verwandten Personen angenommen. Ende 2015 waren in Nordrhein-Westfalen 245 Mädchen und Jungen zur Adoption vorgemerkt; dem gegenüber standen zum gleichen Zeitpunkt 1617 bei den Adoptionsvermittlungsstellen gemeldete Bewerber, die ein Kind adoptieren wollten. Ende des vergangenen Jahres befanden sich 494 junge Menschen in der "Adoptionspflege"; diese bietet den künftigen Eltern und dem Kind die Möglichkeit einer gegenseitigen Probephase.

(sti)
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