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Krefeld
In St. Clemens ist die Orgel als Plane zu sehen

Krefeld: In St. Clemens ist die Orgel als Plane zu sehen
Eine Plane im linken Seitenschiff von St. Clemens zeigt: So soll die neue Orgel 1:1 aussehen. Mit dem Ausbau des alten Instruments waren die Seitenemporen abgerissen worden. Die neue Empore soll um die Orgel gebaut werden. FOTO: OBV
Krefeld. Bisher ist sie nur eine Idee. Doch 2017 soll im Fischelner Gotteshaus eine Scholz-Orgel erklingen. Die Gemeinde sammelt emsig. Von Petra Diederichs

In der Osternacht wird der Mangel wieder ohrenfällig: "Anderswo braust zum ,Gloria' die Orgel. Bei uns ist es nur ein Digitalklavier", sagt Norbert Herting vom Orgelbauverein St. Clemens Fischeln. Seit fast fünf Jahren hat die Hauptpfarrkirche der Gemeinde Maria Frieden keine eigene Orgel mehr. Seit das marode Instrument ausgebaut worden ist, behilft man sich mit einer kleinen Leihgabe aus der Lutherkirche, mit der auch dort schon die Wartezeit auf die Restaurierung überbrückt worden ist. "Wenn der Chor singt, reicht das Instrument nicht aus", sagt Herting. Dann weicht Kantor Klaus-Peter Jamin aus auf die digitale Piano-Alternative. Herrliche Passionsmusik lässt sich damit nicht machen.

Wenn alles planmäßig verläuft, hat die Gemeinde zum übernächsten Osterfest wieder eine repräsentable Chororgel. Ein rein mechanisches Instrument mit 21 Registern wird der Mönchengladbacher Orgelbauer Martin Scholz bauen. Das ist kleiner dimensioniert, als die Fischelner sich das ursprünglich gewünscht haben. "Aber aus Aachen gibt es kein Geld, wir müssen alleine stemmen", sagt Herting. Wie die neue "Königin der Instrumente" in der Clemenskirche aussehen wird, können die Gottesdienstbesucher bereits erleben: Eine Gitternetzplane im linken Seitenschiff zeigt die Front der Orgel in Originalgröße.

Die Optik soll die Vorfreude schüren. Denn bis zur Fertigstellung muss auch noch Geld in die Orgelbaukasse. Rund 400 000 Euro wird das Instrument kosten, 315 000 Euro haben die Fischelner bereits gesammelt. Dafür haben sie sich einiges einfallen lassen. "Neben vielen Einzelspenden wurden mehr als 250 Patenschaften für Orgelpfeifen im Gesamtwert von über 50 000 Euro von Fischelner Firmen, von Vereinen und Einzelpersonen übernommen oder auch verschenkt. Und als Pfarrer Frank-Michael Mertens anlässlich seines silbernen Priesterjubiläums Anfang März auf persönliche Geschenke verzichtete und sich stattdessen Spenden für die neue Orgel wünschte, kamen über 7000 Euro zusammen", sagt Herting. Benefizkonzerte, Kaffee und Kuchen bei Gemeindetreffen und Skat- oder Doppelkopf-Abenden, füllen die Spendenkasse. "Es freut uns sehr, dass sich auch nicht-kirchliche Chöre in den Dienst der neuen Orgel stellen und Benefizkonzerte geben", berichtet Herting. Er ist zuversichtlich, dass die fehlenden 85 000 Euro auch noch zusammenkommen.

Als überaus erfolgreiche Idee haben sich die Patenschaften für die Orgelpfeifen erwiesen: 25 Euro kostet sie für eine kleine Pfeife wie die gis-3; für 1000 Euro gibt es eine für die großen wie "G".

Quelle: RP
 
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