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Krefeld
Infotage zur neuen Gefahr - Starkregen

Krefeld: Infotage zur neuen Gefahr - Starkregen
Im Ernstfall gehen 100 Notrufe in der halben Stunde in der Leitstelle der Hauptfeuer- und Rettungswache ein. Beim Hochwasser haben die Helfer in der Regel einige Zeit Vorlauf, Starkregen hingegen kommt meist überraschend. Von links: Dietmar Meißner, Petra Weber und Jürgen Zander. FOTO: THomas Lammertz
Krefeld. Stadtverwaltung und Industrie- und Handelskammer laden Unternehmer zur Veranstaltungsreihe "Hochwasser: Gefahren erkennen, Vorsorge planen" ab 21. September ein. An drei Tagen gibt es zwölf Vorträge von Experten zu hören. Von Norbert Stirken

Hochwasser und Starkregen haben in der jüngeren Vergangenheit Milliardenschäden verursacht. Das sei eine Angabe des Bundesverbandes der Versicherer, berichtete Jürgen Zander, Umweltreferent der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein bei der Vorstellung der Veranstaltungsreihe "Hochwasser: Gefahren erkennen, Vorsorge planen" gestern in der neuen Hauptfeuerwache in Krefeld.

Dabei ist Hochwasser nicht unbedingt das drängende Thema. Nach der Fertigstellung des rundumerneuerten Deiches in Uerdingen ist der Hochwasserschutz für das potenzielle Krefelder Überschwemmungsgebiet östlich der Bundesautobahn 57 auf dem modernsten Stand. Gleichwohl sei es möglich, dass in den kommenden Jahren ein Hochwasser eine Höhe erreicht, für die der Deich nicht ausgelegt ist.

Der Fokus der neuen Veranstaltungsreihe in Kooperation von Stadt und IHK liegt gleichwohl mehr auf dem Schutz vor Starkregen. Durch die Klimaveränderungen kämen gewaltige Wolkenentladungen in kurzer Zeit mit großen Mengen in immer höherer Frequenz vor. "Ich halte es für pures Glück, dass Krefeld bislang kaum betroffen war", sagte Feuerwehrchef Dietmar Meißner.

Die Krefelder Deichgräfin Petra Weber vom städtischen Tiefbauamt berichtete, dass die Kommune mit ihrem Kanalnetz, Regenrückhaltebecken, Vorflutern und anderen Einrichtungen zwar über eine gute Infrastruktur verfüge, dies aber dennoch keine Garantie dafür sei, im Starkregenfall unbehelligt zu bleiben. Mit Laub verstopfte Abläufe und durch Äste versperrte Durchlässe seien beispielsweise zu vermutende Hindernisse im Schadensfall. "Wir wollen vor allem die mittelständischen Unternehmer dafür sensibilisieren, sich so gut es geht auf solche Eventualitäten vorzubereiten", sagte sie. Wasserschäden etwa an der Ware oder in der EDV hätten weitreichende Folgen. Außer den materiellen Schäden könnten noch Konventionalstrafen wegen Vertragsverletzungen und Einnahmeausfälle durch den Stillstand der Produktion hinzukommen, informierte Zander.

Große versiegelte Flächen - wie etwa bei den vielen Logistikzentralen in Krefeld - stellten ein besonderes Risiko dar. Trotz Versickerungsanlagen sei der Boden meist so gesättigt, dass er kein Wasser bei einem Starkregen mehr aufnehme. Unternehmen im potenziellen Überschwemmungsgebiet müssten sich sogar gegen so genannte "Dennoch-Störfälle" wappnen. Das heißt, sie müssen für den Fall Pläne in der Schublade haben, der aller Wahrscheinlichkeit nach gar nicht eintreten kann.

Das Informationsangebot sei auch für die Großbetriebe wie den Chemparkbetreiber Currenta interessant, meinte Petra Weber. Es sei von Vorteil, wenn alle Beteiligten wegen des Schutzes vor Hochwasser und Starkregen im Kontakt blieben, ergänzte sie.

Für die Veranstaltungsreihe, die am Mittwoch, 21. September, um 15 Uhr in den Räumen der IHK am Nordwall 39 beginnt, hätten Stadt und IHK sehr hochkarätige Referenten gewinnen können. Unter anderem stehen Reinhard Vogt (Hochwassernotgemeinschaft Rhein), Ministerialrat Erik Buschhüter (Landesumweltamt), Guido Halbig (Deutscher Wetterdienst) und Marc Scheibel (Wupperverband) parat, um unter verschiedenen Aspekten das Thema zu beleuchten.

Der zweite Veranstaltungstag ist am Mittwoch, 26. Oktober, und der dritte am Mittwoch, 9. November. Anmeldungen können bis spätestens sieben Tage vor der Veranstaltung per E-Mail an goertz@neuss.ihk.de oder telefonisch unter Rufnummer 0215144573 erfolgen. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Die jeweils vier Vorträge an jedem der drei Tage heißen unter anderem "Wie sieht die Gefahrenabwehr bei Starkregenereignissen in der Stadt Krefeld aus?". Es referieren Petra Weber und Feuerwehrchef Dietmar Meißner. Die Helfer steuern ihr Engagement nach festgelegten Prioritäten. Bis der Unternehmensserver mit allen Kunden- und Personaldaten vor dem Wasser gerettet wird, kann es dauern. Der Einsatz von Feuerwehr und THW bei Gefahr für Leib und Leben hat nämlich absoluten Vorrang.

Quelle: RP
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