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Krefeld
Initiative gegen Leerstand an der Marktstraße

Krefeld: Initiative gegen Leerstand an der Marktstraße
Viele Ladenlokale an der Marktstraße stehen leer. Bei einem Rundgang mit der Rheinischen Post erklärte Ingeborg Müllers (CDU) ihre Idee, wie eine Experten-Initiative helfen soll, das Viertel aufzuwerten. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Das Quartier mit charmanter Altbausubstanz soll für Geschäfte und Wohnen attraktiver werden. Dafür kämpft Ingeborg Müllers, CDU. Von Carola Puvogel

CDU-Ratsfrau Ingeborg Müllers will mit einer neuen Initiative das Quartier rund um die Marktstraße aufwerten. Unter dem Arbeitstitel "Stadtumbau West 2.0" möchte Müllers Stadtverwaltung, Immobilien-Experten, Anwohner, Bürgervereine und Nachbarschaften zusammen bringen, um ein Netzwerk zu gründen, das neuen Schwung und positive Entwicklung für die innenstadtnahen Straßenzüge bringen soll. Als positives Beispiel nennt die Vorsitzende der CDU-West die Initiativen der Montag-Stiftung, die rund um die Alte Samtweberei an der Tannenstraße diverse Projekte angestoßen hat.

"Wir fordern außerdem, dass es in der Stadtverwaltung einen "Kümmerer" geben soll, also einen Ansprechpartner, der als Vermittler zur Verfügung steh", sagt die CDU-Frau. "Wer glaubt, alleine Großprojekte würden die Wohngebiete entlang der vier Wälle retten, der denkt zu kurz. Es reicht nicht aus, Parkanlagen zu verschönern." Explizit definiert Müllers das Gebiet westlich des Westwalls als Wohngebiet - und weiß, wovon sie spricht. Sie selber wohnt seit ihrer Geburt an der Blumenstraße. Viele Straßen im Umkreis haben charmante Altbausubstanz mit Potenzial. Aber: "Mangelnde Investitionen führen dazu, dass zeitgemäßes Wohnen nicht möglich ist." Großes Problem sei zudem der Mangel an Parkplätzen. "Ohne Quartiersgaragen fällt es schwer, Menschen für das Wohnen in der Innenstadt zu gewinnen." Derzeit führt die Politikerin Gespräche mit Experten, die dabei helfen sollen, Investoren zu gewinnen und Lösungen für leerstehende Läden zu finden.

Große Sorge bereitet Ingeborg Müllers nämlich ebendieser Leerstand von Ladenlokalen, der besonders an der Marktstraße offensichtlich wird. Fast jedes dritte ehemalige Geschäft ist verrammelt. Die Struktur habe sich im Laufe der Jahre stark verändert. Inhabergeführte Geschäfte seien aus Altersgründen aufgegeben worden, Neuvermietungen nur teilweise erfolgreich. "Es ist ein Trauerspiel", sagt Ingeborg Müllers nicht nur einmal und meint das geschlossene Traditionslokal Herbst Pitt, eine leergezogene, verwahrlost wirkende Eck-Immmobilie schräg gegenüber und diverse andere verrammelte ehemalige Schaufenster. "Es wird fast unmöglich, Läden zu vermieten, wenn rechts und links Leerstand ist."

Auch Traditionen im Stadtteil litten unter dem Wegfall der Geschäfte: "Es ist schwerer geworden, von den Inhabern Spenden für den St.- Martinszug zu sammeln." Müllers glaubt, dass viele der Inhaber ums Überleben kämpfen, nicht alle seien dauerhaft erfolgreich; dadurch entstünden die hohe Fluktuation und der große Leerstand. Hier und da gibt es aber doch Beispiele für Initiativen von Pächtern: Die Inhaberin eines kleinen Second-Hand Ladens streicht einen Teil des Eingangsbereichs neu.

Ein kunterbunter Laden für Geschenkverpackungen hat sich in der Nähe der Sparkasse etabliert. Der Lebensmittel-Supermarkt ist gut frequentiert - wichtig für die älteren Bewohner der Gegend. "Teilweise sind die Ladenlokale auch in Wohnungen umgewandelt worden, eine vernünftige Lösung bei Leerstand." Auch ein Physiotherapeut hat in einem ehemaligen Geschäft eine Praxis eröffnet. Überraschend für Müllers scheint das ehemalige Farben- und Tapetengeschäft Hellenthal einen neuen Pächter gefunden zu haben. "Vermietet" steht im Schaufenster. "Ach super, das ist ja toll", sagt Ingeborg Müllers hocherfreut. Um dann hinzuzufügen: "Hoffentlich nicht noch eine Spielhalle."

Quelle: RP
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