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Krefeld
Inklusion: Im Zoo gärtnern zwei Mitarbeiter aus dem HPZ

Krefeld. Die Arbeit im Zoo gefällt Thomas Draesler und Mousa Kya. Sie lieben die frische Luft, den Umgang mit Gewächsen und die abwechslungsreichen Arbeitseinsätze. Für die beiden ist der Zoo auch noch aus einem anderen Grund etwas ganz Besonderes. Als Mitarbeiter des Heilpädagogischen Zentrums (HPZ) haben sie so genannte betriebsintegrierte Arbeitsplätze und gehören damit fest zum Zoo-Team. Von Bärbel Kleinelsen

"Wir hoffen, die beiden dauerhaft bei uns halten zu können. Die Zusammenarbeit mit dem HPZ ist für uns ein Erfolgsmodell, das wir noch weiter ausbauen wollen. Momentan sind wir dabei, noch zwei weitere betriebsintegrierte Arbeitsplätze einzurichten", erklärte Zoodirektor Wolfgang Dreßen gestern bei der Vorstellung des Inklusions-Modells.

Seit zwei Jahren sind Draesler und Kya nun im Zoo bei der Gärtner-Truppe um Chef Jörg Kieselstein. Auch der ist mehr als zufrieden mit seinen Mitarbeitern und lobt ihre Zuverlässigkeit und ihren Arbeitseinsatz. "Es hat von Anfang an gut geklappt. Es gab keine Berührungsängste, sondern direkt ein gutes Miteinander."

Thomas Draesler hat vor seinem Einsatz im Zoo im Garten- und Landschaftsbau-Team des HPZ gearbeitet. Er sagt: "Ich bin seit über zehn Jahren im HPZ. Zu Beginn ging es mir nicht gut, ich hatte einige psychische Krisen. Aber dann ging es bergauf. Irgendwann fühlte ich mich wieder fit genug, draußen zu arbeiten." Unterstützt wurden seine Pläne von Christiane Pollerberg, Integrationskoordinatorin des HPZ. "Ich hatte keine Zweifel daran, dass Herr Draesler es schafft. Und so ist es auch gekommen. Es gab nie Kritikpunkte, immer war der Chef mit ihm zufrieden. Es ist toll, dass der Zoo uns immer wieder unbürokratisch Praktikumsstellen anbietet."

Mousa Kya hat bereits während seiner Zeit an der Bodelschwingh-Schule ein Praktikum im Zoo absolviert. Liebe zur Natur hatte er in der Förderschule schon bewiesen und sich um den Schulgarten und die Grünflächen gekümmert. "So haben wir einen fließenden Übergang von der Schule in den Zoo geschafft. Auch dabei hat die Zusammenarbeit mit dem HPZ wieder sehr gut funktioniert", lobte Dreßen.

Michael Weber, Geschäftsführer des Heilpädagogischen Zentrums, hört solche Erfolgsgeschichten gerne. Schließlich gehört es mit zu den Aufgaben des Zentrum, Menschen mit Behinderung in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu integrieren. Dabei bleibt das Beschäftigungsverhältnis mit der HPZ-Werkstatt erhalten, es gibt Ansprechpartner, die das Unternehmen unterstüzen, und die Möglichkeit, falls es nicht klappt, ins HPZ zurückzukehren. "Für Herrn Draesler und Herrn Kya ist die Arbeit im Zoo jedoch kein Problem, sondern eine Bereicherung", sagt der HPZ-Geschäftsführer. "Sie sind viel selbstbewusster und selbstständiger geworden, seit sie hier arbeiten. Und das ist die Hauptsache und damit für uns der richtige Weg."

Quelle: RP
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