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Krefeld
Integrationsrat: Rundumschlag gegen Verwaltung

Krefeld. Vorsitzender Sayhan Yilmaz macht seinem Ärger Luft und spricht von fehlender Wertschätzung. Von Norbert Stirken

Das Tischtuch scheint zerschnitten: Ob und wann es wieder geflickt wird, steht derzeit in den Sternen. Der Integrationsrat wirft den Spitzen der Stadtverwaltung Geringschätzung vor. Ursache für den Unmut, den Sayhan Yilmaz - "Ich spreche ausdrücklich nicht als Ratsherr der Grünen, sondern im Namen des Integrationsrates" - äußerte, war das Vorgehen der Stadtverwaltung in der vergangenen Sitzung im Berufskolleg Glockenspitz. Dort sollten Varianten eines von Schülern entworfenen Logos für den Integrationsrat vorgestellt werden. Die Verwaltung untersagte das. Der Ausschuss beendete daraufhin die Sitzung (wir berichteten). Am Tag danach fasste Yilmaz den aufgestauten Ärger der vergangenen Monate zusammen. Er vermisse Respekt und Anerkennung und verlange, dass Oberbürgermeister Frank Meyer endlich seine Wahlversprechen erfülle. Der Integrationsrat fordere, an den Gesprächen zur Umstrukturierung der Ausländerbehörde beteiligt zu werden. "Ich bin sehr von der Verwaltung enttäuscht, die es bis heute nicht verstanden hat, partnerschaftlich und wohlwollend mit dem Integrationsrat und mir als seinem Vorsitzenden zusammenzuarbeiten", erklärte Yilmaz.

Sein genereller Ärger hat einen Namen: Gregor Micus. Der zuständige Beigeordnete der Stadt Krefeld bleibe nahezu allen Sitzungen fern. "Das würde er sich in anderen Ausschüssen des Rates nicht erlauben", meinte Yilmaz. Seine Haltung zeuge nicht gerade von Wertschätzung eines demokratisch gewählten Gremiums. Der Vorsitzende bezeichnet die Situation als einen fortgesetzten Affront gegen den Integrationsrat. "Ich hoffe, dass sich das Verhalten der Stadtverwaltung in der Zukunft ändert", sagte Yilmaz.

Über den Eklat in der abgebrochenen Sitzung des Integrationsrates erklärte Stadtsprecher Timo Bauermeister, vor dem vorzeitigen Ende der Sitzung habe "der Vorsitzende Sayhan Yilmaz mitgeteilt, dass der Tagesordnungspunkt ,Logo für den Integrationsrat' durch die Verwaltung von der Tagesordnung gestrichen worden" sei.

Bauermeister erklärte zu dieser Darstellung, "der Verwaltung steht es fern, in die Kompetenzen des Integrationsrates einzugreifen. Richtig ist, dass die Festsetzung der Tagesordnung ausschließlich durch den Vorsitzenden des Gremiums erfolgt. Die Verwaltung bedauert, dass dies in der Sitzung nicht richtig mitgeteilt worden ist".

Angesichts des bestehenden Corporate Design der Stadt Krefeld bitte die Verwaltung den Integrationsrat, vor der Entscheidung über ein eigenes Logo die zuständige Stelle im Stadtmarketing einzubeziehen.

"Dies wird die Verwaltung so auch dem Vorsitzenden des Integrationsrates mitteilen und für die ungenügende Abstimmung im Vorfeld der Sitzung um Entschuldigung bitten", sagte Micus. Der Verwaltung sei bewusst, dass der Integrationsrat ein wichtiges Fachgremium sei, erklärte der Stadtsprecher.

Quelle: RP
 
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