| 00.00 Uhr

Wilfried Bovenkerk
Ist der Zoo ein Tiergefängnis, Herr Bovenkerk?

Wilfried Bovenkerk: Ist der Zoo ein Tiergefängnis, Herr Bovenkerk?
"Der Zoo ist einer der schönsten Plätze Krefelds": Wilfried Bovenkerk ist der neue Aufsichtsratsvorsitzende der Gesellschaft, die den Zoo trägt. Der Zoo Krefeld ist seit 2005 eine gemeinnützige GmbH (gGmbH). Gesellschafter sind zu 74,9 Prozent die Stadt Krefeld und zu 25,1 Prozent die Zoofreunde Krefeld; Geschäftsführer ist Zoodirektor Wolfgang Dreßen. FOTO: Strücken
Krefeld. Lieblingstier, Zukunftsideen und Fundamentalkritik von PETA an Zoos: Wir sprachen mit dem neuen Zoo-Aufsichtsratsvorsitzenden, dem SPD-Ratsherrn Wilfried Bovenkerk. Eine seiner Ideen: Eine Zoo App für Eintrittskarten.

Herr Bovenkerk, seit einem Jahr sind Sie Vorsitzender des Aufsichtsrats im Krefelder Zoo. Wie kam es dazu?

Bovenkerk Vom Fraktionsvorsitzenden Ulrich Hahnen habe ich zu jener Zeit das Mandat dazu erhalten. "Bovenkerk, du machst das. Wir haben das Vertrauen in dich", sagte er. Da habe ich natürlich direkt zugestimmt.

Das Schmetterlingshaus im Krefelder Zoo FOTO: Thomas Lammertz

Verbindet Sie etwas Besonderes mit dem Zoo? Vielleicht eine Kindheitserinnerung oder ein Lieblingstier?

Bovenkerk Absolut. Schon als Kind habe ich den Zoo immer geliebt. Er ist einer der schönsten Plätze Krefelds, das Schmuckkästchen der Stadt, wenn man es so bezeichnen will. Mein Lieblingstier, den Fischotter, besuche ich regelmäßig hier im Zoo. Das Krefelder Pärchen ist schon alt, aber vor allem am Abend sehr aktiv. Sie haben sehr viel Nachwuchs hervorgebracht. Auf meinem Stammplatz auf der Bank vor dem Gehege entspanne ich und kann zur Ruhe kommen. Auch wichtige Entscheidungen treffe ich hier. Doch was mich besonders mit dem Zoo verbindet, ist der Förderstein meiner verstorbenen Schwester. Einen solchen Förderstein kann man z. B. in Gedenken an jemand besonderen oder auch zum Geburtstag im Zoo einbauen lassen. Die Zoofreunde organisieren das Ganze. Der Zoo ist ihnen aufgrund solcher einzigartigen Programme zu großem Dank verpflichtet. Ohne die Zoofreunde könnte der Zoo nicht existieren. An dieser Stelle möchte ich besonders das große Engagement von Friedrich R. Berlemann und Dr. Peter Sulies betonen.

Krefeld: Gorilla-Baby Tambo wird ein Jahr alt FOTO: dpa, rwe htf

Was genau sind Ihre Tätigkeiten als Aufsichtsratsvorsitzender?

Bovenkerk Wir behalten als Aufsichtsrat den Überblick über die wirtschaftliche Situation und die Entwicklung des Zoos. Es ist wichtig, dass wir keine roten Zahlen schreiben! Allein durch den städtischen Zuschuss kann der Zoo in seiner Qualität nicht überleben. In meiner Position denke ich nicht parteipolitisch, sondern muss im Interesse des Zoos handeln. Ich bin ein Teamplayer, eine Absprache mit den Aufsichtsratskollegen und der Zooleitung ist unbedingt notwendig. Regelmäßige Gespräche mit dem Zoodirektor Dr. Dreßen stehen immer auf der Tagesordnung. Was wir hier machen, kommt von Herzen.

Hier leben die Pinguine in Krefeld FOTO: Lammertz, Thomas

Wie planen Sie den Zoo weiterhin zu verbessern? Gibt es ein großes Ziel?

Bovenkerk Natürlich werden wir den Zoo weiter modernisieren. Zuletzt wurde das Gehege der Pinguine für mehr als eine halbe Million umgebaut. Das nächste große Projekt wird die Neugestaltung der "Afrika Savanne" in mehreren Teilabschnitten sein. Das neue Gehege für Erdmännchen wird sicherlich ein Publikumsmagnet werden. Im Bezug auf den Kundenservice wären Veränderungen für die Zukunft wünschenswert. Ein Beispiel dafür wäre die Kassensituation. Lange Warteschlangen erfreuen uns, aber nicht die Besucher. Ein Kassenautomat oder eine "Zoo App" wären sinnvolle Alternativen. Aber wichtig wäre mir, dass alle Beteiligten glücklich sind und bleiben und unseren Zoo regelmäßig besuchen.

Tierschutzorganisationen wie PETA sehen Zoos als Tier-Gefängnisse und behaupten, dass sie keineswegs zum Artenschutz beitragen. Wie sehen Sie das?

Bovenkerk Jeder hat das Recht auf seine eigene Meinung. Das akzeptiere ich. Dennoch trägt ein Zoo zum Erhalt von Tiergattungen bei. Wir holen unsere Tiere nicht aus dem Wildbestand, sondern aus Zuchtprogrammen anderer Zoos. Außerdem öffnen Zoos das Verständnis um Tiere kennenzulernen und sie so in ihrem natürlichen Raum schützen zu können.

CAROLINA THOMYS UND NATALIE SACHAROW FÜHRTEN DAS GESPRÄCH

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Wilfried Bovenkerk: Ist der Zoo ein Tiergefängnis, Herr Bovenkerk?


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.