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Krefeld
Jazz & Jam: Heute steigt die 250. Session im Keller

Krefeld. Eine Institution feiert Jubiläum. Deshalb spielen gleich zwei Opener: "Millway Jams" und "Last Minute Quartet". Von Mojo Mendiola

Kurz vor Silvester wird heute Abend im Jazzkeller als zusätzliches Feuerwerk die 250. Jazzsession gefeiert. Zum Jubiläum treten gleich zwei Opener an: "Millway Jams" und "Last Minute Quartet".

In dieser Reihe bekommen junge Musiker Gelegenheit, gemeinsam mit etwas älteren Hasen zu "jammen" und sich in der Kunst des Improvisierens zu üben. In den USA waren solche Jam-Sessions, zu denen sich die Musiker meist nach ihren offiziellen Auftritten trafen, jahrzehntelang Brutstätte der Weiterentwicklung und Sprungbrett für neue Talente.

Als der Jazzklub Krefeld diesen Teil der Jazz-Kultur am 28. Mai 1991 im Jazzkeller neu belebte, schuf er damit das erste Session-Forum überhaupt in ganz NRW und fand Riesenzuspruch. Eröffnet wird der Abend jeweils mit einem 60-Minuten-Set einer regulären Band, dann steigen die Teilnehmer in wechselnden Kombinationen zu und jammen mit wechselnden Mitgliedern der Band. Damit es keinen Krach um die Plätze gibt, organisiert ein fester Betreuer den Ablauf, und das tat in den ersten Jahren der Schlagzeuger Hans-Georg Leven.

Anfangs stammten die meisten Mitwirkenden noch aus Krefeld und der näheren Umgebung. Als 1999 Jochen Grässel übernahm, machten Aktive und Zuhörer schon ziemlich weite Wege, um bei der Session im Jazzkeller dabei zu sein. "Eine Zeit lang gab es auch nicht eine komplette Opener-Band, sondern nur eine Rhythmusgruppe, und mit der ging dann sofort die Session los", erinnert sich Günter Holthoff, Nestor des Jazzklubs.

Seit 2008 ist wieder ein Schlagzeuger federführend bei der Session: Dennis Janson, der auch an der Musikschule Krefeld wirkt. Obwohl der Session-Funke inzwischen auf viele andere Spielstätten übergesprungen ist, bewerben sich immer noch genug junge Gruppen aus den Räumen Köln, Essen, Arnheim, Enschede um das Opening für eine Session. Die interessanteste Band der letzten Zeit war "Endgegner", die sich die Begleitmusik von Videospielen zum Verjazzen vorknöpfte. "Das sind alles Leute, die ihre Instrumente beherrschen und stilistisch die ganze Bandbreite des Modern Jazz vertreten. Da kriegt man, bevor die Session losgeht, praktisch ein vollwertiges einstündiges Konzert bei freiem Eintritt", unterstreicht Janson.

Auch unter den Teilnehmern der Session sind immer wieder interessante Talente, der inzwischen bekannte Drummer Max Andrzejewski zum Beispiel, der sich in diesem Rahmen auf sein Examenskonzert vorbereitete. "Zwischen fünf und 15 Newcomern stehen meist Schlange zum Jammen, und mehrere Dutzend Gäste spitzen die Ohren, aber wir haben noch viel mehr Platz im Keller", sagt Janson.

250. Jazz Session, heute ab 20.30 Uhr im Jazzkeller, Lohstraße 92. Eintritt frei.

Quelle: RP
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