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Krefeld
Jazz in der Jüdischen Gemeinde: Feinstes Futter für die Ohren

Krefeld. Bernie Senensky, Stefan Bauer und Peter Baumgärtner boten dem Publikum als Trio "Organic Earfood" hochkarätige Klänge. Die Mischung mit Hammond-Orgel und Vibrafon hat Klasse. Von Gert Holtmeyer

Futter für die Ohren bekam das Publikum im Jüdischen Gemeindezentrum in der Reihe "Habima". Angekündigt war "Organic Earfood"; es kam ein Trio: Bernie Senensky, Stefan Bauer und Peter Baumgärtner. "Habima" nennt sich das Kulturprogramm der Krefelder jüdischen Gemeinde, so benannt nach dem hebräischen Wort für Bühne. Es ist ganz gezielt kein Programm für Insider, weder religiöse noch ethnische. Es öffnet die Synagoge bewusst für Kulturinteressierte aller Bevölkerungsgruppen. Dabei gelingt es, Künstler von internationalem Rang zu verpflichten. Bei so hochkarätigen Namen wie jetzt lohnt sich die Kooperation mit dem Jazzklub Krefeld. Beide Veranstalter durften sich über ein gut gelungenes, erfolgreiches Konzert freuen.

Zünftige Jazzkonzerte fanden früher meist in halbdunklen, verrauchten Kellern statt. Heute ist ein gepflegter, im positiven Sinne gutbürgerlicher Konzertsaal kein ungewohnter Ort mehr. Jedenfalls, ließ Stefan Bauer wissen, fühlte man sich auf der Bühne des Gemeindesaals sehr wohl.

Die Besetzung des Trios mit Hammond-Orgel, Vibrafon und Schlagzeug war ungewöhnlich, dabei durchaus reizvoll. Bauer ist der Vibrafonist des Trios. Er stammt ursprünglich aus Recklinghausen. Sofern er nicht durch die Welt tourt, ist er heute im New Yorker Stadtteil Brooklyn zu Hause. Souverän wetzt Bauer mit vier Schlägeln über das Instrument. Auch eigene Themen hat er beigesteuert. Das Programm des Abends bestand teils aus alten Jazz-Titeln, teils aus Kompositionen der Bandmitglieder. Auch von Peter Baumgärtner stammen Themen. Der versierte Schlagzeuger kommt ursprünglich aus dem Schwarzwald, nach erfolgreichem Aufenthalt in Düsseldorf ist heute ebenfalls Brooklyn seine Wahlheimat. Von ihm geht eine kräftige Portion Rhythmus aus. Seine Soli haben es in sich.

Vom kanadischen Altmeister, dem 1944 in Winnipeg geborenen Bernie Senensky, sagen renommierte Musiker-Kollegen, dass sie ihn für einen der besten Jazzpianisten überhaupt halten. Ob man ihn lieber auf dem Klavier oder, wie hier, auf der Hammond-Orgel spielen hört, ist letztlich Geschmackssache. Auf jeden Fall waren von Senensky virtuose Soli genau so zu hören wie anregende Einwürfe, wenn die Kollegen ihre Improvisationen entwickelten.

Quelle: RP
 
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