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Krefeld
Josefshospital will Eulenturm für Café - Denkmalbehörde lehnt ab

Krefeld. Der Krankenhausträger Malteser investiert in Uerdingen 22 Millionen Euro. Der Startschuss ist erfolgt, erste Abrissarbeiten erledigt. In 18 Monaten sollen der Neubau und alle anderen Umbauten fertig sein. Von Norbert Stirken

Der Startschuss ist erfolgt: Für 22 Millionen Euro bauen die Malteser-Kliniken Rhein Ruhr das Uerdinger St.-Josefshospital um. Mit zum Paket gehört ein neues Café für die Besucher direkt am denkmalgeschützten Eulenturm im Schatten prächtiger und alter Bäume. "Wir hätten gerne das Café in dem historischen Bauwerk eröffnet", sagte Geschäftsführer Arne Greiner gestern in Uerdingen. Leider sei der Bauherr in dieser Frage nicht mit der Denkmalbehörde übereingekommen. "Wir hätten uns sogar sehr gefreut, wenn wir den Eulenturm als Teil der alten Stadtmauer hätten kaufen können", berichtete Arne Greiner ganz ohne Groll.

Auch ohne diese tolle Option für die Nutzung eines Denkmals entstehe in Uerdingen in den kommenden 18 Monaten ein modernes Vorzeigekrankenhaus für die kommenden 20 Jahre. Mit der Verlegung des Haupteinganges haben jetzt die größeren Arbeiten am Haus begonnen. Mitte der vergangenen Woche wurde mit dem Abriss des alten Hauptportals begonnen. Seitdem nutzen Patienten und Besucher das Provisorium. Dieses befindet sich für eine Übergangszeit rund 100 Meter weiter in Richtung Alte Krefelder Straße.

Bereits im Frühjahr hatten die Mitarbeiter mit der Umgestaltung des Außengeländes begonnen. Dabei wurde unter anderem der große Teich geleert und dann aufgeschüttet. "Wir sind mit den Arbeiten voll im Zeitplan. Wir freuen uns, dass wir von der Stadt Krefeld alle relevanten Baugenehmigungen erhalten haben und jetzt so richtig loslegen können", berichtet Greiner.

Rund 70 Millionen Euro investiert die Malteser Rhein-Ruhr gGmbH derzeit in ihre drei Kliniken. Im Mittelpunkt in Uerdingen stehen dabei der Abriss des Westflügels und der Neubau eines Bettentrakts in Richtung Eulenturm. "Nach dem Abriss des Haupteingangs starten wir zeitnah mit dem Bau des neuen Bettentraktes. Dieser wird mit den modernsten und komfortabelsten Zimmern ausgestattet sein. Wir wollen unseren Patienten den Aufenthalt so angenehm wie möglich machen", ergänzt Greiner. Im Erdgeschoss des neuen Gebäudes entsteht die neue Cafeteria. "Bisher mussten Patienten und Besucher für einen Kaffee ins Verwaltungsgebäude laufen. Das war besonders im Winter keine optimale Lösung. Durch den Neubau der Cafeteria erhöht sich der Komfort deutlich", freut sich der Ärztliche Leiter, Dr. Frank Bischof. Auch der Eingangsbereich des St. Josefshospitals wird neu gestaltet und vergrößert.

Bereits abgeschlossen sind die Bauarbeiten in den Räumen der Sportmedizin und der Physiotherapie. "Auch hier sind wir den modernsten Anforderungen gerecht geworden und freuen uns, dass sich die Sportler bei uns wohlfühlen", erzählt Greiner. Sowohl Ringerin Aline Focken, die gerade bei den Olympischen Spielen in Rio als Mitfavoritin auf die Goldmedaille gilt, als auch die Spieler der Krefeld Pinguine haben hier bereits ihre medizinischen Tests absolviert. Erneuert werden zudem die Abteilungen in der Radiologie, der Endoskopie und des OP-Bereichs. Zudem wird viel Geld in Leitungen und den Brandschutz gesteckt.

"Wir können künftig unter den modernsten Bedingungen zum Wohle unserer Patienten arbeiten. Wir freuen uns schon, wenn die Bauarbeiten weiter voranschreiten und wir nach und nach die fertiggestellten Bereiche in den Klinikalltag übernehmen können", blickt Dr. Bischof schon nach vorne. Bis dahin müssen die Patienten allerdings immer wieder auch mal mit etwas mehr Lärm rechnen. "Wir versuchen die Beeinträchtigungen für unsere Patienten so gering wie möglich zu halten", hofft Greiner auf Verständnis. "Dafür bekommt Uerdingen am Ende aber eines der schönsten Krankenhäuser am Niederrhein."

Mit dem Abriss des Westflügels werden dann in rund einem Jahr die letzten Arbeiten eingeläutet. Bereits Ende 2016 wird der neue Parkplatz am Hintereingang fertig sein, sodass die schwierige Suche nach einem freien Parkplatz leichter sein wird. Einschnitte ins Versorgungsangebot sind mit den baulichen Neuerungen nicht verbunden. Gleichwohl wird das neue Haus um einiges profitabler. "Wir verkleinern die unrentablen Nebenflächen", erklärte Greiner.

Quelle: RP
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