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Tournee-Abschluss in Krefeld
Joy Denalanes Wechselbad im Kufa-Saal

Tournee-Abschluss in Krefeld: Joy Denalanes Wechselbad im Kufa-Saal
Joy Denalane arbeitete schon mit musikalischen Größen wie Hugh Masekela und Youssou N'Dour. FOTO: Thomas lammertz
Krefeld. Joy Denalane beendet ihre aktuelle Tournee im ausverkauften großen Kufa-Saal. Die Soul-Sängerin begeistert dabei mit einer musikalischen Reise durch ihre Gefühlswelt.  Von Mojo Mendiola

Im Grunde ist Joy Denalane eine Liedermacherin, die viel Wert auf ihre Texte legt und dafür deshalb auch die deutsche Sprache bevorzugt. Wer beim Stichwort Soul-Musik zuallererst an Leidenschaft denkt, kam am Dienstagabend nicht so recht auf seine Kosten, dafür strahlt das gegenwärtige musikalische Konzept von Joy Denalane zuviel Kühle aus. An Erfolg und Applaus mangelte es ihr aber nicht am letzten Tag ihrer aktuellen Tournee im fast ausverkauften großen Kufa-Saal.

Im Grunde ist sie eine Liedermacherin, die viel Wert auf ihre Texte legt und dafür deshalb auch die deutsche Sprache bevorzugt. Überwiegend von persönlichen, sehr privaten Gefühlen ist dabei die Rede, von Liebe und dem langsamen Erlöschen derselben, von Eifersucht und Trennung, aber auch von Mutterglück. Die Zeilen waren zwar nicht vollständig zu verstehen, aber immerhin größtenteils.

Hinsichtlich des musikalischen Stils und der Instrumentierung gab sie sich allerdings blass bis wechselhaft. Elektronisches aus diversen Keyboards bestimmte meist den eher leidenschaftslosen Sound, dazu Bass und Schlagzeug, aber keine der Zutaten, die sonst dem Soul sein Feuer geben. Selbst die Tempi waren mitunter langsamer als die der seichten Schmuse-Soul-Balladen, die man nur widerwillig dem Genre zurechnet.

In diesem Stil ging es eine ganze Weile mit neuen Titeln wie "Gleisdreieck", "Zwischen den Zeilen" und "Hologramm", und doch feierten ihre Fans sie wie eine Diva. In "B.I.N.D.A.W." kam dann ein Hauch von Jamaika von den Drums, und in eine aktualisierte Fassung des Kinderliedes von ihrem Debüt-Album "Mamani" baute sie sogar eine Passage ein, die rhythmisch immerhin an Stevie Wonder erinnerte.

So kam es nicht völlig überraschend, als sie plötzlich richtig losfetzte und ihren alten Titel "Im Ghetto von Soweto" vom Stapel ließ, gewidmet ihrem aus Südafrika stammenden Vater, dessen Abbild dabei von der großen Projektionswand hinter den Musikern ins Publikum lächelte.

An dieser Stelle glaubte man dann doch wieder, dass die auch gemeinnützig sehr engagierte Joy Denalane schon mit Größen wie Hugh Masekela und Youssou N'Dour arbeiten durfte. Das nächste Wechselbad ließ aber nicht lange auf sich warten. Für ihr Lied "Zuhause" ließ sie sich nur von einer akustischen Gitarre begleiten. Das Publikum fraß ihr bei alledem aus der Hand.

Quelle: RP
 
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