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Krefeld
Jubel nach politischer Entscheidung für Gesamtschule in Oppum

Krefeld: Jubel nach politischer Entscheidung für Gesamtschule in Oppum
Sandbergschule in Oppum - bald Gesamtschule. FOTO: T. L.
Krefeld. Mit überwältigender Mehrheit, nur gegen eine Stimme der FDP, hat sich gestern die Politik in einer gemeinsamen Sitzung von Schulausschuss und Bauausschuss für die Einrichtung einer Gesamtschule am Standort Schmiedestraße in Oppum ausgesprochen. Teile der 70 Besucher, die in die Kaufmannsschule Neuer Weg gekommen waren, applaudierten nachher kräftig, manche jubelten gar.

Überraschend schnell haben sich somit Politik und Stadtverwaltung nach dem Hilferuf der Hauptschulrektoren, die Schulform aufzulösen, auf einen neuen Kurs besonnen. Vor der Schulverwaltung und der Bauverwaltung liegt nun eine Herkulesaufgabe: Im Schuljahr 2016/2017 muss die neue Schule starten. Schon im November 2015 soll es einen Tag der offenen Tür geben.

Ein "historisches Datum" nannte Barbara Behr (Grüne), Vorsitzende des Schulausschusses, das gestrige Datum. Ebenso wie Jürgen Wettingfeld (CDU) lobte sie die Arbeit der Stadtverwaltung. Schulamtsleiter Jürgen Maas skizzierte alle Argumente, die für Oppum und für Fischeln sprechen. Manches ließ aufhorchen: So sorgt die neue Entscheidung dafür, dass es im Osten Krefelds nur noch Gymnasien und Gesamtschulen gibt. Außerdem könnte die Gesamtschulgründung in Oppum dazu führen, dass das Moltke in den Anmeldezahlen geschwächt wird. Auch bauliche Veränderungen wird es geben, stellte Brigitte Bourscheidt vom Fachbereich Gebäudemanagement dar: Eine Sanitäranlage und das Nebengebäude der Oppumer Realschule aus dem Jahr 1914 sowie Pavillons müssen abgerissen werden, um Platz für den Zwölf-Millionen-Euro Neubau zu schaffen.

Einzig die FDP wollte sich gestern gegen den Beschluss stemmen. Claudia Paul, Mitglied der FDP im Schulausschuss, forderte, eine Gesamtschule in der Innenstadt einzurichten. Hinweise der Verwaltung, dass damit die Kurt-Tucholsky-Gesamtschule geschwächt würde, ignorierte sie, verwies darauf, dass es größere Wahlfreiheit geben müsse und der Elternwille aus der Innenstadt berücksichtigt werden müsse. Frank Meyer (SPD) hielt dem entgegen, dass die FDP zuletzt Gesamtschulgründungen verhindert hatte - gegen den Elternwillen.

Trotz aller Einigkeit zwischen CDU und SPD: Es knistert im Gebälk. So versah der CDU-Oberbürgermeisterkandidat Peter Vermeulen sein schriftliches Lob für die Entscheidung der SPD pro Oppum mit dem Hinweis, dass die SPD bis vor Kurzem noch für den Standort Fischeln gewesen sei. Die CDU hingegen habe sich früh für Oppum entschieden, weil es in Fischeln Widerstand gegen die mit einer Gesamtschulgründung verbundene Auflösung der Freiherr-vom-Stein-Schule gab. Die SPD wiederum hatte der CDU vorgeworfen, sie habe "ins Blaue hinein" entschieden, weil zum Zeitpunkt der CDU-Entscheidung das angeforderte Vergleichsgutachten zu den Standorten Oppum und Fischeln nicht vorlag.

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