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Krefeld
Jugendheim "Canapee" hat neue Leiterin

Krefeld. Die 23-jährige Sozialpädagogin Friederike Lingemann ist neue Chefin der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung Canapee an der Ispelsstraße. Lingemann hat jetzt das Angebot umstrukturiert und eine Einteilung der Gruppen nach Alter eingeführt. Von Christine van Delden

Das Canapee, die Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung der Pfarrgemeinde St. Martin, hat eine neue Leiterin. Seit dem 1. September führt die Sozialpädagogin Friederike Lingemann die Geschicke der Einrichtung an der Ispelsstraße und ist damit Nachfolgerin von Achim Frangen.

Nach dem Studium in Münster, war die Liebe "Schuld" daran, dass die 23-Jährige an den Niederrhein gekommen ist. Ihren Lebensmittelpunkt hat sie, die gebürtig aus dem Sauerland stammt, jetzt in Mönchengladbach. Friederike Lingemann freut sich, dass sie im Canapee ein bestehendes Team vorgefunden hat. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen bietet sie Kindern und Jugendlichen von sechs bis etwa 16 Jahren ein umfangreiches Freizeitprogramm an.

Da die Kinder- und Jugendeinrichtung an der Ispelsstraße sehr gut besucht wird, war die erste Maßnahme, die Friederike Lingemann ergriffen hat, eine Alterseinteilung der Gruppen. "Wir haben diese Alterseinteilung wieder eingeführt, denn es ist zwar wunderschön, wenn 50 Kinder und Jugendliche gleichzeitig hier sind, aber man hat dann einfach keinen guten Überblick mehr und wird keiner Altersgruppe wirklich gerecht." So gibt es nun zum Beispiel Bastelangebote für die verschiedenen Gruppen oder es wird gemeinsam gekocht. "Wir möchten einerseits, dass die Kinder mithelfen, das Essen zuzubereiten, aber andererseits auch, dass sie noch mal eine warme Mahlzeit bekommen." Zum Kochen gehört auch, dass vorher eine Einkaufsliste zusammengestellt und aufgeschrieben wird, man gemeinsam zum Einkaufen geht und versucht mit dem bereitgestellten Budget auszukommen. Ganz nebenbei lernen die Jungen und Mädchen bei diesen geübten Alltagssituationen auch Schreiben, Rechnen und Lesen. Freitags spielen die Jungen Fußball. "Bei gutem Wetter suchen wir Bolzplätze in der Nachbarschaft auf, bei schlechtem Wetter geht es in die 'TorFabrik', denn wir möchten als Mannschaft des Canapees an der Krefelder Fußball-Liga teilnehmen." Friederike Lingemann würde sich gerade für die Angebote, die die Jungen betreffen, noch eine männliche Honorarkraft wünschen: "Am besten wäre ein Erzieher, der unsere Arbeit unterstützt."

Ein Angebot, das immer gut angenommen wird, sei die Musik, erzählt Friederike Lingemann. Sie sei oft das verbindende Element zwischen den verschiedenen Kulturen. Es kommen ins Canapee etliche rumänische Kinder, die zum Teil erst seit ein paar Wochen in Krefeld sind. Klar, dass es hier erst mal sprachliche Barrieren gibt. Durch das gemeinsame Spielen und Tanzen fällt die Kommunikation deutlich leichter. Friederike Lingemann hat während ihres Studiums ein Jahr in einem Brennpunktviertel in Münster gearbeitet und fühlt sich deshalb für ihre Aufgabe in Krefeld gut vorbereitet. "Bis zum Ende des Jahres haben wir über die Stadt Krefeld und das 'Bildungs- und Teilhabe-Paket' die Möglichkeit, eine Fachkraft zu beschäftigen. Durch den Verein ZukunfsOrientierteFörderung (ZOF) in Duisburg unterstützt uns im Moment ein Mann mit rumänischen Wurzeln. Er ist quasi ein Integrationshelfer und übersetzt und vermittelt. Das ist eine große Hilfe,"erzählt Lingemann. Ihr großes Ziel sei aber, dass nach Ablauf des Jahres keine Hilfe mehr notwendig ist. Sie beobachte, dass sich die Kinder untereinander unterstützen. Das mache ihr Mut. Sie träume davon, dass sich die Kulturen näher kommen, dass das Verständnis für einander wachse und schlussendlich eine große Gruppe im Canapee zusammen kommt, die gar nicht mehr nach Herkunft unterscheidet.

Quelle: RP
 
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