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Krefeld
Junge Geiger begeistern mit großem Talent

Krefeld. Beim letzten Sinfoniekonzert der Saison stellten sich die "Bühne frei"-Gewinner mit erlesenem Programm vor. Von Gert Holtmeyer

Der Wettbewerb "Bühne frei", in der Saison 2012/13 von GMD Mihkel Kütson ins Leben gerufen, ließ auch diesmal durch hervorragende Leistungen aufhorchen. Zu gewinnen ist kein Geld, dafür aber etwas anderes, was nicht zu unterschätzen ist. Die Preisträger dürfen mit den Niederrheinischen Sinfonikern als Solisten auftreten. Das bedeutet für Kinder und Jugendliche nicht nur ein großes Erlebnis. Die Erfahrung eines solchen Auftritts setzt einen Meilenstein in der künstlerischen Entwicklung.

In diesem Jahr war der Preis für Streicher und Harfe ausgeschrieben. Dass ausschließlich Geiger den Weg aufs Podium schafften, lag daran, dass sie die Besten unter den Teilnehmern waren. Allerdings: Die Wahl muss äußerst schwierig gewesen sein; großartige Leistungen wurden auch von denen gezeigt, die den Sieg nur knapp verpassten.

Gleichermaßen erstaunlich wie erfreulich war die Souveränität der Preisträger. Neun- bis Vierzehnjährige bewegten sich auf der Bühne des Seidenweberhauses wie Routiniers. Diese Sicherheit im Auftreten und im Spielen machte auch in diesem Jahr das letzte Sinfoniekonzert der Saison wieder zu einem besonderen Erlebnis.

Gerade mal neun Jahre alt ist Raphael Gisbertz, der den Reigen der erstaunlichen Solo-Auftritte mit dem Frühling aus Vivaldis Vier Jahreszeiten eröffnete. Wie ein erfahrener Profi stand er sicht- und hörbar über den Anforderungen und fand locker Anerkennung und Sympathie des Publikums.

Qualität im Zusammenspiel demonstrierten Oskar Iseke (10 Jahre), Susanna Marski (12) und Paula Wilkes (9) mit Bachs Konzert für drei Violinen. Wie den Stab bei einem Staffellauf nahmen sie ihre Einsätze an und gaben sie an den Nächsten weiter. Und das leisteten sie - wie alle anderen auch - ganz lässig auswendig.

Bartóks Rhapsodie Nr. 1 erforderte eine größere Orchesterbesetzung. Damit wurden Grenzen aufgezeigt - allerdings nicht, was die geigerischen Leistungen von Till Stümke betrifft. Die sind im Gegenteil ganz erstaunlich. Aber als Neunjähriger kann er noch keine vollwertige Konzertgeige spielen. Umso mehr muss man bewundern, wie sicher er dieses schwere Werk beherrscht. Eva Otto ist 14 Jahre alt. Dass sie seit 2016 eine Förderung als musikalisch Hochbegabte genießt, wundert den nicht, der sie mit Sarasates Zigeunerweisen hörte. Dieses Stück setzt die geigerischen Fähigkeiten eines perfekten Virtuosen voraus. Die 14-Jährige spielte es ohne Fehl und Tadel.

Endgültig in die Sommerpause ging es mit Schuberts Großer C-Dur-Sinfonie. Auch hier war das Publikum begeistert. Kütson und die Niederrheinischen Sinfoniker besorgten eine mitreißende Aufführung - mit romantischer Empfindsamkeit, aber auch mit Transparenz und klarer Artikulation.

Quelle: RP
 
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