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Krefeld
Junge Solisten beeindrucken Publikum im Sinfoniekonzert

Krefeld. Beim Sinfoniekonzert stellten sich die Sieger von "Bühne frei" vor. Alle hinterließen im Spiel mit den Sinfonikern den besten Eindruck. Von Gert Holtmeyer

Ein Preis ohne Geldprämie ist zunächst noch nichts Außergewöhnliches. Wohl, dass der Gewinner zur Belohnung zusätzlich arbeiten muss. Nein, natürlich nicht muss, sondern darf. Die acht- bis 15-jährigen Preisträger des regional ausgeschriebenen Wettbewerbs "Bühne frei" bekommen im letzten Sinfoniekonzert der Spielzeit Gelegenheit, als Solisten der Niederrheinischen Sinfoniker aufzutreten. Wenn das kein Erlebnis ist. Und, wie das Konzert im Seidenweberhaus eindringlich vermittelte: auch für die erwachsenen Zuhörer. Denn: Die Leistungen und die Sicherheit der sechs Preisträger mitzubekommen, war ein Ereignis. Und die Niederrheinischen Sinfoniker unter der Leitung von Generalmusikdirektor Mihkel Kütson begleiteten den solistischen Nachwuchs souverän.

Als sei es die selbstverständliche Sache der Welt, kam die elfjährige Mönchengladbacherin Lisa Koenen auf die Bühne und spielte auf ihrer Blockflöte das dritte Flötenkonzert des englischen Barockkomponisten Robert Woodcock mit einer verblüffenden Unbefangenheit.

Auch wenn wir es mit einer erst 13-Jährigen zu tun haben: Hannah Forg aus Erkelenz spielte Beethovens Violin-Romanze in F-Dur regelrecht abgeklärt, mit einer bewundernswerten inneren Ruhe. Auf dem Cello waren gleich zweimal beeindruckende Leistungen zu erleben. Die achtjährige Clara Stümke fürchtete im Concertino Op. 51 des Beethoven-Bekannten Bernhard Romberg kein Tempo und keine Schwierigkeit und führte den Bogen mit einer auffallenden Lockerheit. Staunen ließen auch beim zehnjährigen Erkelenzer Cellisten Lian Elias Schell die Tonqualität und die Fähigkeit, Kantilenen zu gestalten. Beides zeigte sich schon gleich in den Anfangstakten von Gabriel Faurés Élégie op. 24.

Mit fabelhaften Leistungen begeisterten auch die beiden Preisträger in der Kategorie Blasinstrumente. Mustergültig erklang das Rondo aus dem ersten Oboenkonzert von Ludwig August Lebrun, gespielt von der 15-jährigen Mönchengladbacherin Sophie Stein. Und mit dem bekanntlich sehr schweren Ansatz beim Horn hatte Jan Breer aus Neuss offensichtlich überhaupt keine Probleme. So, wie er zwei Sätze aus Mozarts 3. Hornkonzert spielte, gab es bei dem Zwölfjährigen weder technisch noch musikalisch irgendetwas zu beanstanden.

Natürlich war es einerseits zu bedauern, dass die ursprünglich vorgesehene wunderschöne Ouvertüre zu Mendelssohns "Sommernachtstraum" entfiel. Doch dann wäre dieser Abend wirklich etwas zu lang geworden. Aber mit Ludwig van Beethovens erfrischend unverbraucht gespielter sechster Sinfonie, der Pastorale, erfuhr das eindrucksvolle Konzert noch einen passenden Abschluss.

Viel Beifall gab es am Ende für die Niederrheinischen Sinfoniker, für ihren Dirigenten GMD Mihkel Kütson und ganz besonders für den musikalischen Nachwuchs, der auch die gestandenen Bühnenprofis des Orchesters sichtlich beeindruckte.

Quelle: RP
 
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