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Krefeld
Junger Südstaatenblues mit Delta Saints

Krefeld: Junger Südstaatenblues mit Delta Saints
Aus ihrer Musik klingt heraus, woher sie kommen: Die Delta Saint spielen die Musik von Nashville/Tennessee. Dazu kommen Einflüsse afrikanischer Musik. FOTO: KA
Krefeld. In Amerika gehört das Quintett zu den namhaften Blues-Rock-Formationen. Jetzt wollen The Delta Saints auch systematisch Europa erobern. Morgen Abend sind sie mit neu ausgerichtetem Musik-Programm zu Gast in der Kulturrampe. Von André de Vos

Mit authentischem Bluesrock kommt eine junge Band aus den Südstaaten am Donnerstag, 17. September, in die "Kulturrampe" im Großmarkt. The Delta Saints, ein Quintett aus Nashville/Tennessee, haben den Spirit dieser Regionen scheinbar mit der Muttermilch eingesogen. 2007 hatten die meisten der Musiker sich schon auf dem College zusammengefunden und angefangen systematisch live zu spielen. In diese Zeit fällt die Veröffentlichung der beiden selbstfinanzierten EPs "Pray On" (2009) und "A Bird Called Angola" (2010), bevor "The Delta Saints" durch den lokalen Erfolg in den USA von einer Plattenfirma unter Vertrag genommen wurden, die 2011 die beiden EPs unter dem Titel "The Delta Saints" veröffentlichte.

Kennzeichen dieser Frühphase ist ein reduzierter und sperriger Rocksound, der mit Country-Elementen, Delta-Blues und Gospel angereichert ist. Auf einem Lied wie "Swamp Groove" lässt sich genau heraushören, woher die Saints kommen, ein Abgeh-Song wie "Train Song" besticht durch seinen vorwärtstreibenden Groove, während die meisten Lieder eher im Mid-Tempo-Bereich bleiben.

Aus dieser Zeit stammt ein Auftritt im "Rockpalast", der die Gruppe auch hierzulande bekannt machte. Während die Delta Saints in ihrer Frühphase Gruppen wie Jack White, The White Stripes, The Black Keys und Led Zeppelin als Vorbilder bezeichneten, haben sie auf ihrem ersten regulären Studioalbum "Death Letter Jubilee" von 2012 ihren Sound verfeinert, indem sie das Tempo durchgehend angezogen haben, Frauenchöre einsetzen und die Produktion schon etwas glatter daherkommt.

Aber diesen Weg hat die Gruppe auf ihrem neuen Tonträger "Bones", der am 4. September in die Läden kam, nicht weiter verfolgt: "Wir wollen uns weiterbringen, indem wir zwar etwas Modernes machen, aber immer wissen, woher wir kommen", beschreibt Sänger Ben Ringel den aktuellen Zustand der Band. Dazu spielten sie ihre Platte quasi live im Studio ein, um ihren Sound möglichst rau und unverfälscht zu halten. Ringel spielt auch darauf an, dass mit dem neuen Keyboarder Nate Kremer das Mundharmonikaspiel, ein Kennzeichen früherer Tage, nicht mehr vorhanden ist, sich aber durch Tasteninstrumente das Klangspektrum der Gruppe erweitert hat. Immer noch vorherrschend ist das Bottleneck-Spiel von Ben Ringel und Gitarrist Dylan Fitch. Doch auch hier hat sich die Variationsbreite erhöht: Da sie viel afrikanische Musik gehört haben, vernimmt man in ihrem Spiel jetzt Elemente von Musikern aus der Sahara wie zum Beispiel Omara "Bombino" Moctar oder der Band "Tinariwen". Mit dem musikalischen Ansatz und über 200 Konzerten pro Jahr erlangten "The Delta Saints" schnell die Aufmerksamkeit von Gruppen wie "Blackberry Smoke", "Robert Randolph & The Family Band" oder Dickey Betts, die sie zu ihren Touren einluden. Und um ihren Status als aufstrebende Gruppe mit echter Blues- und Roots-Music auch im Ausland auszubauen, haben "The Delta Saints" jetzt zu einer ausgedehnten Europatournee angesetzt, die mit Liedern wie "Sometimes I Worry", "Bones" und "Berlin" eine Menge neuer Songs beinhaltet.

Konzert 17. September, 20.30 Uhr, Kulturrampe im Großmarkt, Oppumer Straße 175, AK 13 Euro.

Quelle: RP
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