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Krefeld
Jupiter-Sinfonie und drei Teenager begeistern Konzertpublikum

Krefeld. Akkordeon-Märchen, Akrobatik am Schlagzeug und atemberaubendes Klavierspiel erlebten die Sinfoniekonzert- Besucher zum Abschluss der Spielzeit mit den Gewinnern von "Bühne frei". Von Heide Oehmen

Seit nunmehr vier Jahren - seit es den Wettbewerb "Bühne frei" gibt - ist beim jeweils letzten Sinfoniekonzert der Saison eine besondere Stimmung im wie stets gut gefüllten Seidenweberhaus zu spüren: Das Publikum des Dienstagkonzertes wartet gespannt auf die Vorträge der Preisträger. Doch bevor diesmal drei junge Herren ihre Kunst zeigen durften, stimmten die Niederrheinischen Sinfoniker und ihr Generalmusikdirektor (GMD)Mihkel Kütson die Zuhörer mittels einer schwungvoll und schlank dargebotenen "Figaro"-Ouvertüre auf den vielfarbigen Konzertabend ein.

Justus Strickling, 17 Jahre jung, machte den Anfang mit vier Sätzen aus den "Märchen" für Akkordeon und Orchester von Václav Trojan (1907-1983). Mal verträumt die schlafende Prinzessin darstellend, geheimnisvoll beim "Zauberkästchen" oder virtuos die "Akrobaten" imitierend, wusste der ganz überlegen agierende Solist, so einfühlsam wie technisch versiert spannende Geschichten zu erzählen und den einschmeichelnden Ton seines wohlklingenden Instrumentes mit dem Orchesterklang zu verbinden.

Andersartigen Anforderungen stellte sich der Schlagzeuger Jakob Minkenberg. Das "Allegro vivace" aus dem Schlagzeugkonzert von Bertold Hummel (1925-2002) verlangte von dem 16-Jährigen nicht nur äußerste rhythmische Sicherheit, die für die punktgenaue Abstimmung mit dem Orchester unabdingbar war - auch seine körperliche Beweglichkeit, die ihn wieselflink die umfangreiche Schlagwerkbatterie bedienen ließ, war atemberaubend. Und so bescheiden ist der junge Musiker - zum Verbeugen musste Kütson ihn immer wieder auffordern.

Obwohl der Jüngste der Drei, ist Erik Breer (15) schon spürbar podiumserfahrener. Der Jungstudent an der Musikhochschule Köln kann bereits auf reiche Konzerttätigkeit verweisen, und entsprechend souverän gelang ihm das Klavierkonzert Nr.1, g-Moll op.25, von Felix Mendelssohn Bartholdy. Doch spieltechnische Fertigkeit und ein ausgesucht gepflegter Anschlag reichen für eine gültige Interpretation dieses einprägsamen Opus, bei dem auch das Orchester, namentlich die Celli, mit dem Solisten optimal korrespondierten, nicht aus. Breer wusste -besonders im Mittelsatz - auch die kompositorische Tiefe des Werkes faszinierend auszuloten.

Auf das Publikum, das "seine" Preisträger tosend feierte, wartete nach der Pause noch ein Leckerbissen der Sonderklasse. Die Niederrheiner und ihr bestens aufgelegter GMD verabschiedeten sich in die wohlverdiente Sommerpause mit einer maßstäblichen Wiedergabe von Mozarts später "Jupiter-Sinfonie", der sie Strahlkraft und interpretatorischen Tiefgang gleichermaßen schenkten.

Ein verheißungsvoller Ausklang, der Vorfreude auf die kommende Saison weckte.

Quelle: RP
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