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Krefeld
Käfer-Club geht mit Senioren auf Tour

Senioren machen Ausflug im Käfer Cabrio
Krefeld. Bewohner des Gerhard-Tersteegen-Hauses am Platz der Wiedervereinigung sind vom Käfer Cabrio Club Niederrhein zu einem Ausflug eingeladen worden. Mit zehn Kult-Oldtimern gingen die Senioren auf große Fahrt. Von Carola Puvogel

Ein bunter Käfer-Korso rollt über die Virchowstraße im Südbezirk. Viele Cabrios sind dabei, die Verdecke der Kult-Autos sind bei strahlend blauem Himmel selbstverständlich heruntergeklappt. Graues Haar flattert im Fahrtwind. Denn die Passagiere sind Bewohner der Gerhard-Tersteegen-Seniorenheims.

Viele Bewohner des Gerhard-Tersteegen-Hauses sind früher selber Käfer gefahren. Jetzt gab es Gelegenheit für ein Wiedersehen und jede Menge Fachsimpelei rund um das Gute-Laune-Auto. FOTO: Thomas Lammertz

Eingeladen zur Kaffeefahrt Richtung Café Kornblume in Hüls hat der Käfer-Cabrio-Club Niederrhein. "Wir haben in der Rheinischen Post gelesen, dass das Tersteegen-Haus sich einen Käfer zu Erinnerungs- und Therapiezwecken gekauft und in den Garten gestellt hat", sagt Frank Schnellen vom Käfer-Club. "Die Bewohner haben also einen Käfer zum Schrauben und Polieren. Wir haben gesagt, es wäre eine tolle Idee, wenn sie auch mal Käfer fahren könnten. Deswegen haben wir diesen Sonntagsausflug, so wie man ihn früher gemacht hat, organisiert."

Seit Juni ist ein roter Käfer die Attraktion im Gerhard-Tersteegen- Haus. Auf Initiative von Einrichtungsleiter Andreas Blinzler war der Oldtimer - wie berichtet - in Millimeterarbeit durch ein enges Tor in den Innenhof bugsiert worden. Rund 20 Männer, Mitarbeiter und Bewohner, waren wochenlang damit beschäftigt, zu planen, wie der Käfer in den Garten kommen sollte. "Viele unserer Bewohner sind früher Käfer gefahren", weiß Blinzler. "Mit dem VW-Käfer sind viele Lebensgeschichten verbunden." So wie bei Katharina Luise Krieg. "Unsere Eltern haben uns damals den ersten Käfer finanziert, der hatte hinten noch die geteilten Scheiben", erzählt die 89-Jährige. Zum Signalgeben beim Linksabbiegen hätten sie und ihr Mann damals immer das Fenster heruntergekurbelt und den Arm herausgestreckt.

Bevor die Käfer-Tour Richtung Hüls startet, nutzen viele Bewohner des Heims die Gelegenheit, die auf Hochglanz polierten Oldtimer zu bewundern und mit den Käfer-Besitzern zu fachsimpeln. Zwei Stunden lang sind die Käfer auf dem Parkplatz an der Virchowstraße ausgestellt, Zeit, um sich an vergangene Zeiten zu erinnern. Dann soll es losgehen, 15 Senioren sind für die Kaffeefahrt angemeldet.

Zum Einsteigen der Gäste in die schmucken Fahrzeuge braucht es viele Helfer. Heimleiter Blinzler packt selber mit an und hilft einer Dame im Rollstuhl auf den Beifahrersitz eines weißen Käfers. Ein weiterer Rollstuhlfahrer findet Platz in einem zum Buggy umgebauten Käfer. Eine Mitarbeiterin des Seniorenheims holt noch schnell einen Stapel Decken, falls es unterwegs doch zu kühl werden sollte; Schirmmützen werden verteilt. Begleitet wird der kunterbunte Käfer-Korso von zwei Begleitfahrzeugen, den hauseigenen Bussen. Denn schließlich braucht es Stauraum für die Rollstühle und Rollatoren, die später am Café wieder zum Einsatz kommen müssen.

Quelle: RP
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