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Krefeld
Karneval in Oppum und Gellep: Fröhlich und familiär
Krefeld: Karneval in Oppum und Gellep: Fröhlich und familiär
Ein seltsames Paar: Unterm Brautschleier versteckt sich Finanzminister Wolfgang Köhn, den Bräutigam gibt Ordensminister Günter Mandreck. FOTO: RPO
Krefeld. Bei den Umzügen in Oppum und Gellep und den Kinderkarnevalszügen in Verberg und Stahldorf ging es fantasievoll zu. Statt der Politik stand die Lust am Feiern im Vordergrund. Und fliegende Tiere mischten überall mit: Schmetterlinge, Bienchen und sogar Vampire.

Wie viele Briefmarken braucht man wohl, um einen jecken Krefelder mit der Post zu versenden? Die Mitarbeiter der Oppumer Post und ihre Familien haben sich mit dieser Frage beschäftigt. Ihr Ergebnis: Sehr, sehr viele. Beim Oppumer Karnevalszug am Samstag begeisterte die Gruppe mit weißen Kleidern, die mit hunderten bunten Briefmarken aus aller Welt verziert waren. "Wir haben die Marken nicht gezählt. Wir haben fast zwei Wochen gebraucht, um die alle aufzukleben", sagt die 14-jährige Lisa.

Der Karnevalszug stand unter dem Motto "Oppum wie es lebt und lacht". 33 Gruppen verströmen jede Menge Freude und Fröhlichkeit. Trotz der Kälte jubeln tausende Besucher am Straßenrand – oft dick eingepackt in Ganzkörperkostüme. Flauschige Häschen, dicke Gorillas, zottelige Eisbären und niedliche Tiger mit Skimützen dominierten das Bild. Sportvereine, Stammtischfreunde, Kindergärten und Fanfarencorps aus Oppum beteiligten sich am Karnevalszug. Man kennt sich, grüßt sich und wirft großzügig mit Süßigkeiten, Plastikbällen und Popkorn. Nach einer halben Stunde sind die Tüten der Kinder prall gefüllt. Beim Oppumer Karnevalszug geht es weniger um politische Anspielungen oder ironischer Kritik, als vielmehr um die Freude am Karneval. Besonders viel Mühe mit den Kostümen hatten sich auch die Oppumer Mehlsäcke gegeben: Als niedliche Schmetterlinge verbreiteten sie Lust auf Frühling: "Oppum verleiht Flügel" lautete ihr Motto.

Das Fass ist angezapft, die Berliner stehen bereit, Cowboy und Indianer schlürfen heiße Currysuppe in der Garage am Kruse Bömke. Mit Gute-Laune Höhner-Songs wartet alles auf den Verberger Kinderkarnevalszug. Und das Garagenfest ist nicht das einzige dieser Art. Mit Helau begrüßen die Jecken den Zug, der mit knapp 20 Gruppen magerer als in den Vorjahren ausfällt. Doch die Gruppen hatten sich große Mühe mit den Vorbereitungen gegeben: die GGS Buscherholzweg als Piraten, die Messdiener St. Josef als Köche, der Verberger Turnverein als Vampire, die Mitglieder der Marine Verberg als Mexikaner. Die 1. Verberger Bauernkompanie verteilt Möhren und Äpfel. Auf dem vorletzten Wagen endlich: das Kinderprinzenpaar Tabea I. und Aleksander II. Das Finale bildet auf ihrem Schiff die KG Verberg – dann verlagert sich das Garagenfest ins geheizte Haus.

Von Gefrierpunkt-Temperaturen lassen sich auch die Stahldorfer nicht schrecken. Gute Laune regiert, als der 400 Teilnehmer starke Lindwurm mit süßen Burgfräuleins und flotten Bienen durch die Straßen zieht. 1200 Besucher sehen zu.

Hoch von seinem als Dreimaster gestalteten Prinzenwagen blickt Prinz Bernd I. (Jansen) auf seine Gellep-Stratumer Narrenschar, die in bunten Kostümen an der Lanker Straße zusammenströmt, wo sich die fünf Festwagen und zwölf Fußgruppen zum Karnevalssonntagszug aufstellen. Nein, Schneeprinz wolle er nicht genannt werden: "Das Wetter könnte noch viel kälter sein", macht er den Seinen Mut. In diesem Jahre feiert der Männergesangverein (MGV) Gellep-Stratum 1950 runden Geburtstag. Deshalb stellt er den Karnevalsprinzen und sein Gefolge.

Mittlerweile sind die von den Nachbarschaften improvisierten Bierstände dicht umlagert. Als Stewardessen der Tussi Air haben sich die Damen des TuS Gellep verkleidet und lassen Sektkorken knallen. Auf dem Wagen der Exprinzen zieht auch Ulrike I, die 1999 den Karneval anführte. "In unserem Dorf hatten die Frauen schon immer was zu sagen", meint Exprinz Peter Schleeberger. Den Wagen der Spaßvögel ziert der Spruch: Der Bruch gehört uns. Dies sei keine orthopädische Parole, erklärt Gisela Jösch, sondern so spreche man halt in Gellep-Stratum, seit die Römer abgezogen wären. 5000 kamen zum Zug.

Quelle: RP
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