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Krefeld
Krefelder Prinzenpaar gibt der Kanzlerin einen Korb - nun fährt das Uerdinger Paar

Krefeld: Krefelder Prinzenpaar gibt der Kanzlerin einen Korb - nun fährt das Uerdinger Paar
Das Uerdinger Prinzenpaar Dirk II. (Müller) und Nicole I. (Specker) mit seinen Ministern Christian Kwiatkowski, Julian Schulz, Karl-Heinz Bock und Klaus Schluckebier reist am 26. Januar ins Kanzleramt. FOTO: Odh
Krefeld. Das Krefelder Prinzenpaar sollte NRW im Kanzleramt vertreten - und sagte ab: Es war wohl eine Panne. Das Comitee Crefelder Carneval ist empört, fühlt sich übergangen. Präsident Küsters will die Panne mit Minister Gröhe ausbügeln. Von Jens Voss

Das Krefelder Prinzenpaar, Oliver I. (Troost) und Danny I. (Dörkes), hat wohl die Chance vertan, als offizieller Vertreter für NRW in Berlin am Karnevalsempfang von Angela Merkel teilzunehmen. Das Krefelder Paar war eingeladen, hat aber abgesagt - wohl aufgrund einer Verwechslung mit einer Veranstaltung, zu der die CDU-Bundestagsabgeordnete Kerstin Radomski eingeladen hatte. So schildert es Rainer Küsters, Präsident des Comitees Crefelder Carneval (CCC). Die Verstimmung unter den Karnevalisten ist groß: Küsters beklagt, dass das CCC bei der Einladung komplett übergangen worden sei: "Wir haben durch Zufall von der Einladung erfahren", sagte er gestern unserer Redaktion. Nun wird das Uerdinger Prinzenpaar Dirk II. (Müller) und Nicole I. (Specker) mit ihren Ministern Christian Kwiatkowski, Julian Schulz, Karl-Heinz Bock und Klaus Schluckebier am 26. Januar ins Kanzleramt reisen.

Der Reihe nach: Der Empfang im Kanzleramt, zu dem jedes Jahr 16 Paare aus den 16 Bundesländern eingeladen werden, wird vom "Bund Deutscher Karneval" organisiert. Von dort aus erging der Vorschlag an den Regionalverband Linksrheinischer Karneval, in diesem Jahr Krefeld zu berücksichtigen. Chef des Regionalverbandes wiederum ist der Krefelder Ralf Mühlenberg. Wie Küsters berichtet, hat Mühlenberg am CCC vorbei die Einladung aus Berlin über einen Minister an das Prinzenpaar übermittelt und eine sofortige Entscheidung verlangt. "Dabei ist es zu der Verwechslung gekommen", sagt Küsters. Die Kommunikationspanne sei "dumm gelaufen", es sei eine "verzwickte Sache" gewesen. Küsters sagt aber auch: Hätte Mühlenberg das CCC eingeschaltet, wäre es dazu nicht gekommen.

Mühlenberg wiederum ist sich keiner Schuld bewusst. Er habe in der Tat die Einladung über einen Minister an das Prinzenpaar übermittelt. Als dann die Absage kam, habe er zweimal nachgefragt, ob sie sich sicher seien; schließlich gehe es um eine Einladung ins Kanzleramt. Es blieb bei der Absage: "Weil ich unter Zeitdruck stand, habe ich dann die Uerdinger gefragt. Und die haben sofort zugesagt", sagte Mühlenberg gestern auf Anfrage.

Küsters machte deutlich, dass er oder das CCC nicht intervenieren und den Uerdingern die glücklich gewonnene Tour vermasseln wollen. Er kündigte an, am Rande der Steckenpferd-Verleihung gestern Abend mit dem neuen Steckenpferdritter, Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, über den Fall zu reden. "Vielleicht können wir ja daraufhinwirken, dass das Krefelder Paar doch noch Teil der Delegation für Berlin wird." Küsters lässt keinen Zweifel, dass das Paar die Einladung angenommen hätte.

Die Uerdinger können derweil ihr Glück noch nicht so recht fassen. Das Prinzenpaar der Rheinstadt, Dirk II. und Nicole I., räumte gestern in einer Presseerklärung freimütig ein, dass es den Hintergrund der Entscheidung nicht kenne - gefragt, ob es beide stören würde, aufgrund eines Irrtums eingeladen zu sein, sagte Prinzessin Nicole: "Aber nein. Entscheidend ist das Ergebnis. Wir freuen uns sehr, unsere Rheinstadt Uerdingen mit unserem Sessionsmotto ,Oeding ist jeck und tolerant - wir feiern mit allen Narren Hand in Hand', aber auch den gesamten linken Niederrhein und NRW repräsentieren zu dürfen."

Quelle: RP
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