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Krefeld
Karnevalsarchiv jetzt im Fischelner Rathaus

Krefeld: Karnevalsarchiv jetzt im Fischelner Rathaus
Werner Krüger (l.), 2. Vorsitzender der Stiftung Heimatarchiv Krefelder Karneval, und seine Mitstreiter (v.l.) Christa Schmidt, Helmut Kollekowski und Erwin Lichtenberg. Die Puppen mit einem der fünf Prinzenpaar-Ornate sind dem Archiv gespendet worden. FOTO: L. Strücken
Krefeld. Fahnen, Wimpel, Standarten, Mützen, Orden und Dokumente von rund 350 ehemaligen und bestehenden Krefelder Karnevalsvereinen finden sich in dem neuen Domizil. Das musste zuvor mit erheblichem Aufwand hergerichtet werden. Von Jochen Lenzen

In einer großen ehemaligen Wohnung im Fischelner Rathaus hat jetzt das Krefelder Karnevalsarchiv eröffnet. Offiziell heißt der gemeinnützige Verein "Stiftung Heimatarchiv Krefelder Karneval", erklärt Vorsitzender Helmut Hannappel. Ein wichtiger Hinweis gleich zuerst: Der Eingang ist nicht ganz leicht zu finden. Besucher, die jeden Mittwoch von 9 bis 12 Uhr oder nach Vereinbarung mit dem 2. Vorsitzenden Werner Krüger (0170-3852418) willkommen sind, müssen an einer nicht gleich sichtbaren Tür auf der Rückseite des Rathauses klingeln, die seitlich der offensichtlichen Kellertür liegt.

Filigrane Stickereien sind das Charakteristikum der Narrenkappen. Die Ministermützen sind zudem das Krefelder Wappen ausgestattet. FOTO: Strücken Lothar

Das gesamte vergangene Jahr mussten die Akteure in Anspruch nehmen, um das 1987 eröffnete Karnevalsarchiv am Oppumer Korekamp auszuräumen, die Möbel und Exponate umzugsfähig zu machen und schließlich per Außenaufzug durch ein kleines Fenster ins 2. Obergeschoss des neuen Domizils zu schaffen. "Zuvor aber mussten wir die Wohnung entmüllen, die Teppichböden herausreißen, die Wände verputzen und anstreichen, für Strom sorgen, die Toilette instand setzen und einen neuen Boden aus Laminat verlegen", berichtet Krüger. Dabei halfen nicht nur Sachspender, sondern auch wohlgesonnene Handwerker.

In vier Ausstellungsräumen präsentiert das Archiv nun seine Kostbarkeiten rund um den Krefelder Karneval. An Wänden, in Vitrinen, in Regalen und Schränken, die aus Nachlässen und teils auch vom Sperrmüll stammen, hängen, stehen und liegen Karnevalsmützen, Fahnen, Wimpel, Standarten, Urkunden und Orden von insgesamt rund 350 Karnevalsgesellschaften, die es im Laufe der vergangenen zehn, elf Jahrzehnte in Krefeld gegeben hat. Heute gibt es noch rund 40 Vereine.

Die beiden Prinzenzepter oder "Peijasse" aus dem Jahr 2005. FOTO: Strücken Lothar

Selbstverständlich ist eine ganze Wand mit den Fotos aller bisherigen Krefelder Prinzenpaare bestückt. Tonbänder und Tonfilme beziehungsweise DVDs von Proklamationen und Feiern zum Karnevalserwachen ergänzen das Archiv. Außerdem sind in unzähligen Aktenordnern Zeitungen, Ausschnitte, Festschriften und alte Protokollbücher abgeheftet. Nicht zuletzt verfügt das Archiv über fünf komplette Prinzenpaar-Ornate, die dem CCC gehören und bei Bedarf an die Narrenherrscher ausgeliehen werden.

"Unser von Rudi Neuhausen initiierte Archiv geht bis auf das Jahr 1897 zurück", sagen die engagierten Archivare Helmut Kollekowski und Erwin Lichtenberg, die von Christa Schmidt unterstützt werden. Gerd Wollenhaupt sorgt für die ansprechende Präsentation des Heimatarchivs Krefelder Karneval unter "www.hkk-krefeld.de" im Internet.

"Fast alle Krefelder Prinzenpaare haben uns im Vorfeld ihrer Amtszeit besucht, um sich für ihre Aufzüge über die Karnevalsgesellschaften zu informieren", sagt Werner Krüger. "Es kommen auch viele Schulklassen, die sich Näheres zum heimischen Winterbrauchtum erklären lassen. Einige haben darüber sogar eine Arbeit geschrieben."

Wer noch Karnevalsutensilien besitzt und sie zur Verfügung stellen will, kann sich gern bei der "Stiftung Heimatarchiv Krefelder Karneval", Hafelsstraße 12, melden. Auch Geldspenden sind gegen Quittung unter DE 93 3205 0000 0000 1694 82, BIC: SPKRDE33XXX hochwillkommen.

Quelle: RP
 
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