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Krefeld
Kaserne: CDU solidarisch mit Tönisvorst

Krefeld: Kaserne: CDU solidarisch mit Tönisvorst
Streitpunkt Kasernengelände in Forstwald: Bebauung oder Aufforstung - darüber diskutieren die Politiker. FOTO: Carola Puvogel
Krefeld. Die CDU ist gegen die Bebauung der ehemaligen Kaserne in Forstwald und steht zu früheren Krefelder Absprachen mit der Nachbarstadt Tönisvorst. Von Norbert Stirken

Das gute nachbarschaftliche Verhältnis zur Stadt Tönisvorst sehen die Krefelder Christdemokarten in gefahr, wenn das Gelände der ehemaligen Kaserne in Forstwald bebaut werden sollte. Die CDU-Fraktion plädiert für eine Aufforstung der Flächen und kritisiert die Grünen, die in der Sache eine "schizophrene Haltung einnehmen". Einerseits forderten sie mehr Wald im Stadtgebiet, um andererseits gegen die Aufforstung in Forstwald zu stimmen.

Für die Krefelder CDU-Stadtratsfraktion würde die Bebauung der ehemaligen Kaserne im Forstwald nur Verlierer produzieren. Die Stadt stehe bei der Stadt Tönisvorst im Wort, das Gelände der Forstwald-Kaserne aufzuforsten. Würde an anderen Stellen in Krefeld aufgeforstet, dann verschwänden dafür vor allem landwirtschaftlich genutzte Flächen.

CDU, FDP und die fraktionslosen Ratsmitglieder Andreas Drabben und Jochen Heitzer stimmten im Rat gegen die Bebauungspläne der Stadt für das Areal. Der umweltpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Hans-Albert Schmitz, verwies gestern auch auf die Historie der politischen Debatte. "Gerade durch die Ausrichtung der Euroga im Jahr 2002 wollte man die Wiederaufforstung. Damals haben wir das auch so mit der Stadt Tönisvorst abgestimmt, damit man ein gemeinsames grünes Band entwickeln kann. Tönisvorst hat sogar auf die Entwicklung von Bauland an der Stelle verzichtet", berichtete Schmitz. Mit der Entscheidung für eine Bebauung würde man sein Versprechen brechen. Die Stadtverwaltung habe diese Position bislang stets geteilt.

Unverständnis zeigt sich bei der CDU auch über die Position der Grünen. "Man will über 100 Hektar Wald in Krefeld neu pflanzen: Aber bitte nicht im Forstwald. Wo soll der Wald denn sonst angelegt werden, wenn nicht hier. Damit wollen die Grünen zu Ungunsten der Krefelder Landwirtschaft Waldflächen anlegen, anstatt Flächen wie hier in Forstwald zu nutzen", ärgerte sich Schmitz. Außerdem werde aus Sicht der CDU von den Grünen auch vergessen, dass die Forstbetriebsflächen in den Jahren zwischen 2006 und 2016 um mehr als 60 Hektar Wald gewachsen seien. Zum größten Teil geschehe dies auf Flächen für die Landwirtschaft.

Die CDU-Position sehe weiter vor, eine Bebauung auf dem bisherigen Kasernengelände abzulehnen. Dabei stehe die CDU-Fraktion auch an der Seite und zum Willen der Bürger im Forstwald. "Eine Bebauung mit mehrstöckigen Häusern wird abgelehnt. Insbesondere weil hier die Bewohner dieser Gebäuderiegel als natürlicher Schallschutz für die Bahntrassen dienen sollen, das ist schon makaber", meinte Schmitz.

Quelle: RP
 
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